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Kreise: Wüst sieht aktuell von Kanzlerkandidatur ab

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst steht für die Kanzlerkandidatur der Union aktuell nicht zur Verfügung. Damit läuft es auf Friedrich Merz oder Markus Söder hinaus.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will nach einer Vorstandssitzung der NRW-CDU vor die Presse treten. (Archivbild)
Foto: Thomas Banneyer/dpa

Laut Kreisen steht NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) derzeit nicht für eine Kanzlerkandidatur der Union bei der Bundestagswahl 2025 zur Verfügung. Dies gab Wüst bei einem Vorstandstreffen der NRW-CDU in Düsseldorf bekannt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Der Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes und Chef des größten CDU-Landesverbands galt lange Zeit als potenzieller Anwärter auf die Kanzlerkandidatur der Schwesterparteien CDU und CSU. Als Favorit der CDU wird ihr Vorsitzender Friedrich Merz angesehen. Auch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder hatte mehrfach seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt.

Wüst sagte laut Teilnehmern, er habe seine Entscheidung nach einer sorgsamen Abwägung mehrerer Verantwortungen getroffen: «Meiner Verantwortung für die CDU, meiner Verantwortung für Nordrhein-Westfalen – aber auch meiner Verantwortung für Deutschland.» 

Wüst warb demnach zugleich um Geschlossenheit in CDU und CSU: «Nur einer starken und einigen Union im Bund wird auch die Ablösung der Ampel-Regierung gelingen.» Der 49-Jährige wollte nach der Sitzung ein Statement abgeben. 

Merz und Söder hatten vereinbart, die K-Frage im Spätsommer zu klären, nach den Wahlen in drei ostdeutschen Ländern. Am kommenden Sonntag findet in Brandenburg die letzte der drei Wahlen statt – und gleichzeitig beginnt der Herbstkalender und damit das Ende des Spätsommers.

Im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 konkurrierte Söder hart mit dem damaligen CDU-Chef Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur. Obwohl Söder verlor, gab er danach nicht auf. Letztendlich verlor die Union die Bundestagswahl.

Baldige Entscheidung

Merz hatte sich zuletzt am Sonntagabend zu seiner Entscheidung geäußert. Auf die Frage, ob seine Entscheidung gefallen sei, sagte der Unionsfraktionschef in der ZDF-Sendung «Berlin direkt» nur: «Bald.» Die Union zögere bei der Frage nicht. «Sondern wir haben einen festen Fahrplan. Und an diesen Fahrplan werden wir uns halten.» Söder und er «werden einen Vorschlag machen, und dann werden sich die Parteivorstände von CDU und CSU damit beschäftigen», sagte Merz. 

dpa