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Putin: «Militärische Spezialoperation geht weiter»

Waffenstillstand und Friedensverhandlungen liegen offenbar noch in weiter Ferne. Moskau schließt eigenen Angaben zufolge Verhandlungen mit der Ukraine nicht aus, sieht aber keine Bereitschaft Kiews.

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Kreml-Chef Wladimir Putin
Kreml-Chef Wladimir Putin
Foto: depositphotos.com

Auch nach dem angekündigten Abzug russischer Truppen aus dem südukrainischen Cherson sieht der Kreml kaum Chancen auf Friedensverhandlungen mit Kiew.

Russland schließe Verhandlungen mit der Ukraine zwar nicht aus, sehe aber keine Bereitschaft Kiews für Gespräche, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. «Kiew will keine Gespräche, also geht die militärische Spezialoperation weiter», sagte Peskow.

Aus Sicht des Kremls könne die «militärische Spezialoperation» entweder mit dem Erreichen ihrer Ziele oder mit Verhandlungen beendet werden, sagte der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin. Friedensgespräche «aus der Position der Stärke» heraus, wie sie die ukrainische Seite beanspruche, seien aber nicht möglich.

Die russische Militärführung hatte am Mittwoch den Abzug der Truppen aus der südukrainischen Stadt Cherson und dem Gebiet auf der rechten Seite des Flusses Dnipro angekündigt. Die ukrainischen Streitkräfte rücken inzwischen auf Cherson vor. Nach dem Scheitern des Vormarschs auf Kiew und dem Rückzug bei Charkiw gilt dies als weitere militärische Niederlage Russlands.

Peskow begründete unterdessen das Fernbleiben Putins beim Gipfel der Gruppe der großen Wirtschaftsnationen (G20) nächste Woche auf der indonesischen Insel Bali mit der Notwendigkeit, dass der Präsident in Russland bleiben müsse. Der Kremlchef habe die Entscheidung selbst getroffen. Sie hänge mit seinem «Zeitplan» zusammen. Es sei auch keine Videoansprache Putins geplant. Moskaus Außenminister Sergej Lawrow führt die russische Delegation an.

dpa