Die Diplomaten der Ukraine sollen mehr tun, um im Ausland die Herzen für ihr Land zu gewinnen. An den Fronten dominierten Drohnen das Kampfgeschehen. Die News im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Gemäß dem Wunsch von Präsident Wolodymyr Selenskyj sollen ukrainische Diplomaten im nächsten Jahr in ihren jeweiligen Einsatzländern nicht nur Waffen für ihr Heimatland beschaffen, sondern auch Herzen gewinnen. Die Präsidialkanzlei in Kiew berichtete, dass die Diplomaten im Jahr 2024 auch Partner für die Erweiterung der ukrainischen Rüstungsindustrie finden sollen. Dies wurde während des Treffens zwischen Selenskyj und seinen Spitzendiplomaten bekannt gegeben.
Die diplomatischen Vertreter der Ukraine sollten auch die engere Anbindung des Landes an EU und Nato vorantreiben. Vor allem bei der weiteren Annäherung an das nordatlantische Verteidigungsbündnis sollte der Schlüssel «nicht in den höheren politischen Ämtern gesucht werden», so der Präsident. «Wir müssen die Gesellschaften überzeugen – so wie wir es gleich zu Beginn des Krieges geschafft haben, uns um die Ukraine zu scharen», sagte Selenskyj. «Wir müssen die Herzen der Menschen überzeugen.»
«Wir brauchen mehr Waffen, denn niemand wird kapitulieren», stellte Selenskyj den Diplomaten eine ihrer Aufgaben für 2024. Auch die Rüstungsindustrie brauche Unterstützung. «Jeder von Ihnen, der der Ukraine helfen kann, die Produktion von Waffen, Granaten, Ausrüstung, Luftabwehr in der Ukraine zu erhöhen, sollte dies tun», betonte er.
Ukraine und Polen wollen Zusammenarbeit vertiefen
Um Waffen und Rüstungsbetriebe ging es auch beim ersten Treffen Selenskyjs mit dem neuen polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski, den seine erste Auslandsreise nach Kiew geführt hatte. Neben dem möglichen Kauf weiterer Waffen aus Polen erörterten die beiden auch eine vertiefte Zusammenarbeit ihrer Länder. «Wir haben sehr ernsthafte Möglichkeiten für weitere gemeinsame Arbeit erörtert – Arbeit, die unsere beiden Nationen stärken wird», sagte Selenskyj in seiner Videoansprache über seine Gespräche mit Sikorski. «Das gilt vor allem für die gemeinsame Rüstungsproduktion.»
Polen war bereits vor dem Regierungswechsel in Warschau als einer der wichtigsten Förderer der Ukraine bekannt. Unter anderem hat Polen bereits Panzer und Kampfflugzeuge an den Nachbarn geliefert, die die ukrainischen Streitkräfte dringend im Abwehrkampf gegen die russische Armee benötigen.
Drohnen in allen Richtungen
Am Freitag wurden Drohnenangriffe beider Seiten zum beherrschenden Ereignis des Kriegsgeschehens. Während ukrainische Kampfdrohnen im Verlauf des Tages Ziele innerhalb Russlands angriffen, überzog das russische Militär am Abend den Himmel über der Ukraine mit mehreren Wellen sogenannter Kamikaze-Drohnen. Nachdem die Bevölkerung entsprechend gewarnt worden war, Schutzräume aufzusuchen, wurde am Abend die Flugabwehr über der südukrainischen Hafenstadt Odessa aktiv. Auch in anderen Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst. Es gibt zunächst keine Informationen über mögliche Schäden oder Opfer dieser Angriffe.
Schwere Kämpfe im Süden und Osten
Gemäß den Angaben des Generalstabs in Kiew dauerten die Angriffe russischer Truppen gegen die Positionen der ukrainischen Streitkräfte im Osten und Süden des Landes an. Im Verlauf des Tages wurden insgesamt 17 russische Attacken gegen die ukrainischen Brückenköpfe am linken Ufer des Dnipro bei Cherson im Süden des Landes durchgeführt.
Im Osten lag die seit Wochen schwer umkämpfte Stadt Awdijiwka erneut im Mittelpunkt erbitterter Gefechte. «Der Fleischwolf Awdijiwka arbeitet in voller Kapazität», schrieb der regionale ukrainische Militärverwalter Vitali Barabasch auf Telegram über das blutige Ringen rund um den Ort. Zwar erlitten die russischen Einheiten schwere Verluste. Aber: «Leider kosten die ständigen feindlichen Angriffe täglich das Leben und die Gesundheit unseres Volkes.»
Briefe und Geschenke für Kriegsgefangene
Kurz vor dem Jahresende haben erstmals Verwandte von russischen und ukrainischen Kriegsgefangenen Briefe und Geschenke mit ihren Lieben ausgetauscht. Tatjana Moskalkowa, die russische Menschenrechtskommissarin, informierte die staatliche Agentur Tass über diese humanitäre Aktion, die mit Kiew abgesprochen wurde. Die Post und Pakete wurden an der russisch-ukrainischen Grenze übergeben und sollen nun den entsprechenden Kriegsgefangenen zugestellt werden.
Rumänien: Donau-Arm für Waren nachts schiffbar
Um den Transit ukrainischer Waren in die Welt zu verbessern, ist der Sulina-Arm des rumänischen Donaudeltas nun auch nachts schiffbar, nicht nur tagsüber. Die Flussverwaltung der Unteren Donau in Galati, Rumänien, teilte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit, dass die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden. Es wurden beleuchtete Bojen im Wasser und an den Ufern installiert. Darüber hinaus wurden 18 zusätzliche Lotsen und ein modernes, digitales Navigationssystem zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten zum weiteren Ausbaggern des Flusses sind im Gange.
Aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gibt es Schwierigkeiten beim Transport des weltweit benötigten ukrainischen Weizens über ukrainische Schwarzmeer-Häfen. Das Donaudelta Rumäniens ist Teil einer Alternativroute, die einer Engstelle ähnelt.
Was heute wichtig wird
Es ist zu erwarten, dass es an den verschiedenen Frontabschnitten der Ukraine weiterhin schwere Kämpfe geben wird.








