Die Ukraine beklagt Raketenterror aus Russland und ruft um Hilfe bei der Luftverteidigung. Derweil äußert sich Frankreichs UN-Vertreter pessimistisch zu den Aussichten in dem Krieg. Die News im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Welt aufgerufen, gemeinsam gegen Russlands Terror zu kämpfen, nach den neuen verheerenden Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine.
«Wenn wir das jetzt nicht in der Ukraine tun, dann wird sich der russische Terror weiter in Europa und in der Welt ausbreiten», sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft am Dienstag. Die Demokratien müssten beweisen, dass sie Leben schützen können.
Die russischen Machthaber dürften nicht weiter das Gefühl haben, ungestraft Menschenleben zu zerstören und Leid zu erzeugen. «Russland muss lernen, was Verantwortung für das Zerstören von Leben und was die Kraft des Verteidigens von Leben bedeutet», sagte Selenskyj.
Gemäß Selenskyjs Angaben hat Russland allein am Dienstag etwa 100 Raketen unterschiedlicher Art auf die Ukraine abgeschossen und dabei fünf Menschen getötet und 130 weitere verletzt. Er drückte den Familienangehörigen der getöteten Zivilisten sein Beileid aus und versprach den Verletzten in den Regionen Charkiw, Kiew und Saporischschja Unterstützung.
Seit Freitag voriger Woche seien es 500 russische Raketen- und Drohnenangriffe gewesen, sagte Selenskyj weiter. «Kein anderer Staat hat je solche Attacken abgewehrt, solche vereinten – Drohnen und Raketen, darunter auch ballistische aus der Luft.»
Selenskyj informierte in dem Video außerdem noch einmal über sein Gespräch mit dem britischen Premierminister Rishi Sunak, dem er dankte für die Bereitschaft, die Flugabwehr der Ukraine zu stärken. «Mehr Luftverteidigungssysteme und mehr Raketen für die Flugabwehr sind das, was direkt Leben rettet.» Die Ukraine verteidigt sich seit bald zwei Jahren mit westlicher militärischer Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.
Französischer Vorsitz im UN-Sicherheitsrat pessimistisch
Der aktuelle Vorsitzende im UN-Sicherheitsrat blickt pessimistisch auf das Kampfgeschehen in der Ukraine im Jahr 2024. «Ich glaube, die Lage verbessert sich nicht, sie verschlimmert sich», sagte Frankreichs UN-Botschafter Nicolas de Rivière am Dienstag in New York. Das Land hat im Januar den Vorsitz des Gremiums inne.
Die Zahl der russischen Drohnen- und Raketenangriffe nehme zu, und sie zielten offensichtlich auf die zivile Infrastruktur der Ukraine, mahnte de Rivière. «Es gibt eine klare Agenda, die klar darauf ausgerichtet ist, der Bevölkerung Angst einzujagen», sagte er. «All das geht vollkommen gegen internationales Menschenrecht.»
De Rivière äußerte keine Hoffnung, dass es in naher Zukunft zu Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien kommen könne, betonte jedoch, dass die Bemühungen zur Herstellung des Friedens in der Ukraine dringend aufrechterhalten werden sollten.
Russland meldet Raketenbeschuss
In der Nacht meldete das russische Verteidigungsministerium erneut den Beschuss des Grenzgebiets Belgorod von ukrainischer Seite. Laut dem Ministerium in Moskau wurden neun Raketen zerstört bei dem „weiteren Versuch des Kiewer Regimes, einen Terroranschlag auf Objekte auf dem Gebiet der Russischen Föderation zu verüben“. Diese Informationen konnten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Behördenangaben zufolge gab es keine Verletzten.
In Belgorod berichteten Bewohner in sozialen Medien von lauten Explosionen in der Stadt und teilten Videos davon. Die Echtheit der Aufnahmen konnte vorerst nicht überprüft werden. Es wurde auch von Luftalarm berichtet.
Laut den Behörden wurden am Samstag in Belgorod 24 Zivilisten getötet – dies war der größte Verlust für Russland in fast zwei Jahren Krieg. Kremlchef Wladimir Putin, der den Krieg am 24. Februar 2022 begonnen hatte, kündigte daraufhin verstärkte Angriffe auf die Ukraine an.
Auch auf der Halbinsel Krim, die bereits 2014 von Russland annektiert wurde, wurde von den Behörden der Abschuss einer ukrainischen Rakete über dem Schwarzen Meer gemeldet. Es wurde angegeben, dass keine Infrastruktur beschädigt wurde.
UN-Menschenrechtskommissar fordert Deeskalation
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, rief Russland und die Ukraine angesichts der jüngsten gegenseitigen Attacken mit zivilen Opfern zur Zurückhaltung auf. «Alarmierende Eskalation der Feindseligkeiten, Dutzende von Zivilisten in #Ukraine & #Russland getötet», schrieb sein Büro am späten Dienstagabend auf der Online-Plattform X, vormals Twitter. Das humanitäre Völkerrecht verbiete wahllose Angriffe und Angriffe auf zivile Objekte. Zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Einhaltung des Völkerrechts forderte Türk «sofortige Schritte zur Deeskalation».
Was heute wichtig wird
Neben den Luftangriffen finden auch weiterhin Kämpfe am Boden statt. Ukrainische Verteidiger versuchen hauptsächlich, den Vormarsch der russischen Truppen im Osten des Landes in der Region Donezk zu stoppen. Sie wehren außerdem Angriffe im Süden des Landes ab, wo die Besatzer aus Moskau die Streitkräfte Kiews daran hindern wollen, Gebiete zurückzuerobern.








