Die Ukraine leidet unter schwerem russischen Bombardement aus der Luft, aber auch am Boden wird gekämpft. Die Kiewer Militärführung besucht einen gefährlichen Frontabschnitt. Die News im Überblick.
Krieg gegen Ukraine: So ist die Lage

Aufgrund der schweren russischen Raketenangriffe zu Neujahr findet heute eine Beratung zwischen der Ukraine und der Nato statt, um einen stärkeren Schutz zu diskutieren. Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Nato-Ukraine-Rat auf Botschafterebene in Brüssel einberufen. Vor dem Treffen wurde betont, dass die Nato-Länder bereits eine Vielzahl von Luftabwehrsystemen an die Ukraine geliefert haben und fest entschlossen sind, ihre Verteidigung weiter zu stärken.
In der Nacht wurden erneut Explosionen in der ostukrainischen Stadt Charkiw gehört. Bürgermeister Ihor Terechow schrieb auf Telegram, dass die Stadt nahe der Grenze mit Raketen beschossen werde. Es gab zunächst keine Informationen über Schäden. Die ukrainische Luftwaffe warnte auch vor russischen Angriffen mit Kampfdrohnen im Süden des Landes. Die Ukraine verteidigt sich seit fast zwei Jahren gegen eine umfangreiche russische Invasion. Heute ist der 686. Kriegstag.
Ukraine hofft auf euroatlantische Solidarität
Der Nato-Ukraine-Rat wurde 2023 ins Leben gerufen. Er soll eine engere Zusammenarbeit ermöglichen, bis die Voraussetzungen für eine Aufnahme der Ukraine in das westliche Verteidigungsbündnis erfüllt sind. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba schrieb zu dem außerordentlichen Treffen auf der Plattform X (ehemals Twitter), zentrales Thema werde die Stärkung der Luftverteidigung der Ukraine sein. «Ein wichtiges Zeichen der euro-atlantischen Einheit angesichts der Eskalation des russischen Terrors.» Konkrete Ergebnisse sind indes nicht abzusehen.
Russland hat die Ukraine vor und nach Neujahr dreimal mit Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen angegriffen. Es handelte sich um die bisher schwersten Luftangriffe. Viele Menschen starben und es entstanden erhebliche Schäden in Kiew und anderen Städten. Laut der Regierung in Warschau verletzte eine russische Rakete kurzzeitig den polnischen Luftraum und somit das Nato-Gebiet.
Staaten kritisieren Waffendeal mit Nordkorea
Die sicherheitspolitische Lage wird verschärft, da Russland anscheinend Raketen aus Nordkorea auf die Ukraine abgefeuert hat. Diese Information basiert auf Erkenntnissen der USA.
Eine Gruppe von knapp 50 Staaten verurteilte den mutmaßlichen Waffendeal. «Der Transfer dieser Waffen vergrößert das Leid des ukrainischen Volkes, unterstützt Russlands Angriffskrieg und untergräbt das internationale Nichtverbreitungsregime», hieß es in einer Erklärung, die das US-Außenministerium am Dienstag in Washington veröffentlichte. Ihr haben sich auch Deutschland und fast alle europäischen Staaten angeschlossen, darüber hinaus auch Kanada, Israel, Australien, Japan und Südkorea.
Die Staaten kritisierten, dass der Waffenkauf im Widerspruch zu mehreren UN-Resolutionen stehe, die Russland selbst mitgetragen habe. Sie forderten alle Mitgliedsländer der Vereinten Nationen auf, die Verstöße von Moskau und Pjöngjang zu verurteilen.
Militärführung besucht gefährlichen Frontabschnitt
Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj haben einen stark umkämpften Abschnitt der Front bei Kupjansk besucht, wie das Verteidigungsministerium in Kiew am Dienstag mitteilte. Kupjansk wurde im Herbst 2022 von der Ukraine zurückerobert. Jetzt versuchen russische Truppen seit mehreren Wochen, das nahe gelegene Dorf Synkiwka einzunehmen.
Trotz heftigem Frost sehen sich die ukrainischen Bodentruppen weiter vielen russischen Attacken ausgesetzt. Am Dienstag habe es 64 versuchte russische Sturmangriffe gegeben, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Abendbericht mit. Die Zahl war etwas höher als in den vergangenen Tagen. «Die operative Lage im Osten und Süden der Ukraine bleibt schwierig», hieß es.
Gemäß dem Generalstab seien alle russischen Angriffe abgewehrt worden, ohne dass diese Angaben unabhängig überprüfbar waren. Es gab angeblich zehn russische Angriffe allein auf die Stadt Awdijiwka, sowie elf weitere bei den benachbarten Ortschaften Perwomajske und Newelske.
Selenskyj: Nachschub muss Truppe schneller erreichen
Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Dienstag mit den Spitzen des Militärs und der zuständigen Ministerien über die Versorgung der Einheiten mit Munition und Drohnen. Das berichtete er abends in seiner Videoansprache. «Die Hauptsache ist, dass die gesamte Logistik schneller werden muss», sagte Selenskyj.
Laut Berichten von der Front leiden die ukrainischen Streitkräfte unter einem Mangel an Munition. Aufgrund der häufigen russischen Luftangriffe besteht auch die Sorge, dass die Flugabwehr bald keine Munition mehr hat. In den USA, dem wichtigsten Unterstützer, sind neue Militärhilfen aufgrund eines innenpolitischen Streits blockiert.
Selenskyj gab sich zuversichtlich, dass die Truppen trotz solcher Probleme mit dem Notwendigen versorgt werden können. «Wir haben auch über die Eröffnung neuer Produktionslinien für Waffen und Munition in der Ukraine gesprochen – in unseren Unternehmen und gemeinsam mit Partnern», sagte er.
Das wird heute wichtig
Zusätzlich zum Nato-Ukraine-Rat beschäftigt sich eine weitere internationale Institution mit dem betroffenen Land. Der UN-Sicherheitsrat in New York wird die humanitäre Situation in der Ukraine erörtern.
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