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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Die Ukraine fürchtet, dass die Unterstützung des Westens im Kampf gegen Russland schwindet. Mit einem Auftritt in der Schweiz will Präsident Selenskyj das verhindern. Der Überblick.

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj (l) im Gespräch mit der Schweizer Bundespräsidentin Viola Amherd (r): Die Ukraine fürchtet, dass die Unterstützung des Westens im Kampf gegen Russland schwindet. Mit einem Auftritt in der Schweiz will Präsident Selenskyj das verhindern.
Foto: Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj plant, mit einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dem Schweizer Skiort, energisch um Hilfe für sein Land im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg zu bitten. Selenskyj betonte, dass die Mehrheit der Staaten Russlands Aggression als einen nicht provozierten und kriminellen Krieg betrachte, für den das Land bestraft werden müsse. In Davos will der Staatschef auch persönlich auftreten, um den Westen in Zeiten schwindender Unterstützung zu alarmieren und weiterhin Milliarden und Waffen bereitzustellen.

Selenskyj verkündete bei einem Treffen mit der Präsidentin der Schweiz, Viola Amherd, in Bern, dass die beiden Länder einen Friedensgipfel auf höchster Ebene organisieren möchten. Es gibt noch keinen festen Termin für das Treffen. Selenskyj ließ durchblicken, dass Russland nicht eingeladen wird. Er sagte, dass alle Länder, die die territoriale Integrität der Ukraine unterstützen, eingeladen werden würden. Im Februar 2022 startete Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und besetzte weite Teile im Osten und Süden des Landes.

Das Format eines solchen Gipfels würde dem der vier Friedensformel-Konferenzen folgen, die seit dem Frühjahr 2023 in Dänemark, Saudi-Arabien, Malta und in Davos stattgefunden haben. An den Treffen waren in Davos 83 Länder und internationale Organisationen beteiligt. Russland wurde bisher nie eingeladen und kritisiert die Treffen als unrealistisch.

Laut den Angaben der Ukraine geht es ihnen um die Grundvoraussetzungen für einen Frieden, die Selenskyj in einem Zehn-Punkte-Plan formuliert hat. Zu diesen Voraussetzungen gehören unter anderem der Abzug russischer Truppen aus allen Landesteilen, Strafen gegen russische Kriegsverbrecher und Reparationen. Der Machtapparat in Moskau hingegen betont immer wieder, dass es nur bei Verhandlungen mit Russland einen Frieden geben könne.

Selenskyj würdigt die Schweiz als wichtige Unterstützerin

Selenskyj lobte die Schweiz dafür, dass sie trotz ihrer Neutralität fest an der Seite der Ukraine stehe und auch die Sanktionen gegen Russland mittrage. Selenskyj betonte, dass die Schweiz zu den Ländern gehöre, die sich für Gerechtigkeit und einen fairen Frieden einsetzen. Er bedankte sich bei dem Land für ein neues langfristiges Programm zur Unterstützung des Wiederaufbaus in der Ukraine. In persönlichen Gesprächen mit hochrangigen Politikern in Davos will er um weitere Milliardenhilfen und Waffenlieferungen werben. Selenskyj betonte immer wieder, dass die Unterstützung für das bereits vor dem Krieg finanziell angeschlagene Land überlebenswichtig sei.

Bei seinem Besuch in der Schweiz hob Selenskyj hervor, dass die Ukraine etwa auch bei der Entminung von Gebieten auf internationale Hilfe angewiesen sei. Die Schweiz gehöre dabei zu den großen Unterstützerinnen. «Heute sind 174.000 Quadratkilometer unseres Gebiets mit russischen Minen und nicht detonierten Geschossen kontaminiert. Es wäre schwierig für irgendein Land allein, mit dieser Aufgabe fertig zu werden», sagte Selenskyj. Das Land brauche Freunde, die bei der Beseitigung der Gefahr hülfen.

Russland: Drei ukrainische Drohnen über Woronesch abgewehrt

Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau erneut einen Drohnenangriff der Ukraine über der Stadt Woronesch im Grenzgebiet im Südwesten des Landes abgewehrt. Laut dem Ministerium wurden drei Geschosse von der Luftabwehr zerstört. Bei dem Vorfall wurde ein Kind leicht verletzt, als Fragmente einer abgeschossenen Drohne in eine Wohnung einschlugen, berichtete der Gouverneur des Gebiets, Alexander Gussew, ebenfalls auf Telegram. Das Mädchen, das im Jahr 2013 geboren wurde, erlitt Schnittwunden an Armen, Beinen und Hals. Mehrere Wohnblöcke und Privathäuser wurden laut Gussew beschädigt.

Im Zuge der Verteidigung der Ukraine gibt es immer wieder Angriffe auf russischem Boden. Jedoch sind die russischen Schäden und Opferzahlen im Vergleich zu den schwerwiegenden Kriegsfolgen in der Ukraine unverhältnismäßig gering.

Was heute wichtig wird

Trotz der winterlichen Bedingungen dauern die Kämpfe im Kriegsgebiet an. Laut Militärangaben konzentrieren sich die ukrainischen Streitkräfte hauptsächlich darauf, Verteidigungsanlagen zu stärken, um russische Angriffe abzuwehren.

dpa