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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage aktuell

Der ukrainische Präsident besucht einmal mehr seine Soldaten im Kampfgebiet. Diesmal am mittleren Abschnitt der Frontlinie. Die News im Überblick.

«Wir arbeiten daran, die Fähigkeiten zum Abschuss von Raketen und Drohnen auszubauen», sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Foto: Michael Kappeler/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat während seines Besuchs an der Front in der Region Dnipro und Saporischschja angeordnet, die Luftabwehr zu stärken. Der Grund dafür sind vermehrte Angriffe des russischen Militärs mit Kampfdrohnen und Raketen in diesem mittleren Abschnitt der Front, der sich im Südosten der Ukraine befindet.

«Die Gefahr ist konstant hoch, und Russland sieht die Region als eines der Hauptziele für seine terroristischen Angriffe», berichtete Selenskyj am Sonntagabend von seinem Besuch in der Region. Auch um wirtschaftliche Aktivitäten zu schützen, werde dort die Luftverteidigung massiv ausgeweitet. «Wir arbeiten daran, die Fähigkeiten zum Abschuss von Raketen und Drohnen auszubauen.»

Während seines Besuchs in der Region hatte Selenskyj auch Saporischschja und die vorgelagerten Fronten besucht. Selenskyj forderte auch dort sowie in Krywyj Rih eine Verstärkung der Luftabwehr und der Mittel zur elektronischen Kampfführung. Selenskyj betonte, dass dies erforderlich sei, um die kritische Infrastruktur, nämlich die Strom- und Wasserversorgung, zu schützen.

In den letzten Wochen hat Russland, wie schon im vorherigen Winter, wiederholt Ziele der zivilen Infrastruktur in der Ukraine mit Drohnen und Raketen attackiert. Der Hauptzweck dieser Angriffe besteht darin, die Zivilbevölkerung zu erschöpfen und zusätzlichen Druck auf die Regierung des Landes auszuüben.

Kiew: Russische Leitstelle für Kampfdrohnen zerstört

Gemäß den Angaben der ukrainischen Streitkräfte wurde am Sonntag eine Leitstelle der russischen Armee für Kampfdrohnen zerstört. Die ukrainische Armee teilte über Telegram außerdem mit, dass bei Kämpfen am linken Ufer des Dnipro in der Region Cherson im Süden des Landes mehrere gepanzerte Fahrzeuge sowie Geschütze zerstört wurden. Im Herbst hatten ukrainische Truppen dort mehrere Brückenköpfe gebildet. Eine Reihe von russischen Angriffen auf diese Positionen wurde abgewehrt.

Die Kampfdrohnen, die von Russland eingesetzt werden, werden über die Leitstelle elektronisch gesteuert, während sie ihre Ziele innerhalb der Ukraine anfliegen. Es war nicht möglich, die Angaben der ukrainischen Streitkräfte unabhängig zu überprüfen.

London: 1000 Söldner in Belarus

Gemäß britischer Geheimdienstschätzungen befinden sich nach wie vor rund 1000 Kämpfer der russischen Privatarmee Wagner in Belarus. Das britische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass sie dort belarussische Soldaten und Sicherheitskräfte ausbilden.

Die Wagner-Soldaten waren ins Land gekommen, nachdem Söldnerchef Jewgeni Prigoschin mit einem Aufstand gegen die russische Militärführung gescheitert war. Es wird behauptet, dass sich ursprünglich 8000 Kämpfer der Privatarmee in Belarus aufgehalten haben. Prigoschin verstarb kurz nach dem gescheiterten Aufstand bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz im August des letzten Jahres.

Kiew: Russlands Armee als Wahlkampfhelfer Putins

Nach Auffassung ukrainischer Militärs werden die jüngsten verstärkten Angriffe russischer Truppen entlang der Fronten in der Ukraine bis zu den Präsidentschaftswahlen in Russland andauern.

«Die Kampfhandlungen werden genau bis zur Veröffentlichung der Wahlergebnisse andauern», spekulierte am Sonntag Iwan Timotschko, Vorsitzender des Heeres-Reservistenverbandes der Ukraine, über mögliche Pläne von Kremlchef Wladimir Putin. «Denn für Putin ist es gegenwärtig außerordentlich wichtig, die Aufmerksamkeit der Menschen von den Problemen im Inneren abzulenken.»

Bis zu den Wahlen vom 15. bis 17. März werde Putin seine Truppen in der Ukraine immer wieder zu neuen Angriffen antreiben und weitere Eroberungen fordern.  Die Fronten dienten daher für Putin «nicht nur einem militärischen, sondern auch einem politischen Zweck», sagte Timotschko. Damit könne er im Wahlkampf zeigen, dass er die Lage kontrolliere und die russische Armee in der Lage sei, Angriffe zu führen.

Gegenwärtig seien nach Erkenntnissen Kiews bis zu 500.000 russische Soldaten im Einsatz in der Ukraine, und sie setzten immer wieder neue Angriffsschwerpunkte. Verluste würden durch eine «stille Mobilmachung» ersetzt. Selbst Migranten würden an die Fronten geschickt. Diese Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Bundeswehr-General: Ukraine muss weiter rekrutieren

Laut Bundeswehr-Generalmajor Christian Freuding ist es erforderlich, dass die Ukraine zusätzliche Soldaten anwirbt, um den russischen Angriff erfolgreich abzuwehren.

«Die Ukraine wird mit Sicherheit mehr Soldaten mobilisieren müssen – allein schon wegen der Verlustzahlen, soweit wir sie einsehen können», sagte der Leiter des Ukraine-Lagezentrums im Verteidigungsministerium dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Als weiteren Grund nannte Freuding die Notwendigkeit, Truppenteile zu regenerieren, die teilweise seit 24 Monaten an der Front seien. Über Art und Umfang der Mobilisierung werde gerade in der Ukraine diskutiert.

Das wird heute wichtig

Es ist zu erwarten, dass es weiterhin schwere Kämpfe im Osten der Ukraine rund um das Donbass-Gebiet geben wird.

dpa