Nach den Solidaritätskundgebungen zum zweiten Jahrestag des Kriegsausbruchs ist in der Ukraine heute das dritte Kriegsjahr angebrochen. Die News im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

In der Ukraine hat das dritte Kriegsjahr begonnen – mit dem 732. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion. Auch in der Nacht gab es erneut an vielen Orten Luftalarm. Die ukrainische Luftwaffe warnte zunächst vor allem im Süden und Osten des Landes vor russischen Angriffen mit Raketen und Shahed-Drohnen, am frühen Morgen dann auch im Zentrum des Landes und in der Region Kiew.
Russland hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht erneut mehrere ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt. Die Luftabwehr hat zwei Drohnen über dem grenznahen russischen Gebiet Belgorod sowie vier weitere über dem Schwarzen Meer abgefangen und zerstört, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau auf seinem Telegram-Kanal mit. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Über mögliche Schäden oder Opfer hat Moskau zunächst keine Angaben gemacht.
Einige Tage zuvor hatten Politiker aus verschiedenen Ländern bei Veranstaltungen in Kiew ihre Unterstützung für die Ukraine zum zweiten Jahrestag des Kriegsausbruchs bekundet und Russland aufgefordert, den Angriffskrieg sofort zu beenden. Dieser Appell blieb auf russischer Seite unbeantwortet, die staatlich kontrollierten Medien ignorierten das Datum. An den Fronten herrschte weiterhin unverändert Kriegsalltag.
In Kiew besuchten viele westliche Politiker, darunter EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni als Vorsitzende der G7, der Gruppe der sieben führenden demokratischen Wirtschaftsnationen. Meloni hatte eine Videokonferenz der G7 mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj organisiert.
G7 bekräftigen Unterstützung der Ukraine
In ihrem Abschlussdokument bekräftigten die G7-Nationen ihre weitere Unterstützung für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren. Gleichzeitig wurde Moskau in der Abschlusserklärung aufgefordert, alle Truppen aus den besetzten Gebieten der Ukraine umgehend «vollständig und bedingungslos» abzuziehen. Der G7 gehören neben Deutschland und den USA auch Italien, Frankreich, Kanada, Japan und Großbritannien an.
Die G7 bekräftigten ihr Bekenntnis zur dauerhaften Sicherheit der Ukraine. «Um der Ukraine zu helfen, stocken wir unsere sicherheitspolitische Unterstützung für das Land auf und bauen unsere Produktions- und Lieferkapazitäten aus.» Bei Fortdauer des Angriffskriegs gegen die Ukraine wollten die G7 den Druck auf Russland erhöhen. «Wir sind unverändert entschlossen, unsere Sanktionen gegen Russland vollständig um- und durchzusetzen und bei Bedarf neue Maßnahmen zu beschließen», betonten die G7. Zudem warnten sie auch Russlands Unterstützer: «Wir werden weiterhin gegen Akteure aus Drittstaaten vorgehen, die Russlands Krieg materiell unterstützen.»
Außenministerin Annalena Baerbock sagte der Ukraine anhaltende Unterstützung mit Waffen und auf dem Weg in die Europäische Union zu. Solange der russische Präsident Wladimir Putin nicht bereit sei, den Krieg zu stoppen, «unterstützen wir euch jeden weiteren Tag» auch mit Waffenlieferungen, «die nicht nur zurückerobern, sondern die jeden Tag Menschenleben retten», sagte die Grünen-Politikerin bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba in der südukrainischen Hafenstadt Odessa. Die vergangenen zwei Jahre hätten gezeigt: «Keine Rakete, keine 731 Tage Bombenterror können den Freiheitswillen der Ukraine brechen.», sagte Baerbock. Wegen eines Raketenalarms mussten Baerbock und ihre Delegation einen Schutzraum aufsuchen.
Kuleba: Westen hat wegen Zögern Mitschuld am Krieg
Kuleba warf Deutschland und dem Westen eine Mitschuld am Krieg durch zögerliches Verhalten vor. «Wenn Deutschland und der Westen nicht vom Beginn der ukrainischen Unabhängigkeit auf die Ukraine über das Prisma Russlands geschaut und uns in die EU und die Nato aufgenommen hätten, dann hätte es diesen Krieg nie gegeben.» Ebenso seien Chancen vor dem Krieg vertan worden, Russland einzudämmen.
Kiew: Frontlage in der Ukraine «weiterhin schwierig»
Die Lage an den Fronten der Ukraine bleibt nach Ansicht des Generalstabs in Kiew «weiterhin schwierig». Im Laufe des Tages seien von den Frontlinien insgesamt 69 Kampfhandlungen gemeldet worden, hieß es im täglichen Lagebericht, den das Militär auf Facebook veröffentlichte. Zudem seien 54 Luftangriffe sowie 77 Angriffe aus Mehrfachraketenwerfern auf ukrainische Stellungen und Siedlungen registriert worden.
Die intensivsten Kämpfe fanden rund um Awdijiwka im Osten statt, wo ukrainische Truppen vor Kurzem unter starkem russischem Druck zurückwichen. Laut offiziell unbestätigten ukrainischen Medienberichten haben russische Truppen das benachbarte Dorf Lastotschkine besetzt. Der Generalstab in Kiew teilte mit, dass mehrere russische Angriffe in der Region Saporischschja abgewehrt wurden. In der südlichen Region Cherson wurden mehrere russische Angriffe auf ukrainische Brückenköpfe am Dnipro abgewehrt. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Das wird heute wichtig
Es ist zu erwarten, dass es an den Fronten der Ukraine zu neuen heftigen Kämpfen kommt. In den vergangenen Tagen war kein deutlicher Schwerpunkt erkennbar.








