Spätestens nach dem Verlust der Stadt Awdijiwka vor rund zwei Wochen dürfte allen klar sein, wie ernst die Lage für die Ukraine momentan ist. Der Präsident bittet um Hilfe. Die News im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Angesichts der schwierigen Lage an der Front hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einmal mehr um militärische Unterstützung aus dem Westen im Abwehrkampf gegen Russland geworben. «Die globale Stabilität beruht ausschließlich auf dem Mut und der Hingabe der ukrainischen Kämpfer und unserer ganzen Nation», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Es sei offensichtlich, dass Putins Ambitionen weit über die Ukraine hinaus reichten.
«Eine Welt, in der der Terror gewinnt, würde niemandem gefallen. Deshalb muss Putin verlieren», sagte Selenskyj. «Unsere Leute in der Ukraine sind in der Lage, das zu gewährleisten – mit ausreichender Unterstützung.» Zugleich zeigte er sich zufrieden mit seinen Besuchen in Albanien und Saudi-Arabien in den vergangenen Tagen.
Vor etwa zwei Wochen musste die ukrainische Armee nach intensiven Kämpfen die östliche Stadt Avdiivka verlassen. Seitdem hat sie Schwierigkeiten, die Frontlinie zu stabilisieren. „Harte Kämpfe finden entlang der Linie der Dörfer Tonenke, Orlivka, Semeniwka und Berdytschi statt“, teilte der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj über Telegram mit. Der Generaloberst besuchte den Abschnitt in der Region Donezk, um sich über die Situation zu informieren.
Forderungen nach Taurus-Lieferungen an Ukraine
Nachdem die Ukraine in Awdijiwka besiegt wurde, wurden die Forderungen an Deutschland noch lauter, dem von Russland angegriffenen Land die geforderten Taurus-Marschflugkörper zu liefern. Auch das Europaparlament drängte in einer entsprechenden – rechtlich allerdings unverbindlichen – Resolution auf eine solche Lieferung. Bundeskanzler Olaf Scholz weigert sich jedoch bislang, diese zu liefern und begründet dies mit dem Risiko einer Verwicklung Deutschlands in den Krieg.
Putin warnt Westen vor Truppeneinsatz in Ukraine
Zu Beginn des dritten Jahres seines Angriffskrieges demonstrierte Kremlchef Wladimir Putin Siegesgewissheit und warnte den Westen vor dem Einsatz von Bodentruppen. In seiner Rede zur Lage der Nation sagte Putin, dass die Folgen eines solchen Schrittes tragisch sein könnten. Das Publikum, bestehend aus mehr als 1000 Vertretern aus Politik, Militär, Wirtschaft, Kultur und Religion, spendete dem 71-Jährigen, der am 17. März zum fünften Mal bei der Präsidentenwahl antritt, immer wieder tosenden Applaus während der mehr als zweistündigen Rede.
Polen fordert Änderungen an EU-Agrarpolitik
In Polen haben Landwirte seit Wochen gegen die EU-Agrarpolitik und die Einfuhr von Produkten aus der Ukraine protestiert. Ihr Ziel ist es, zu verhindern, dass günstiges ukrainisches Getreide auf den heimischen Markt gelangt. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor zwei Jahren hatte Brüssel alle Importzölle und -quoten für landwirtschaftliche Produkte aus der Ukraine ausgesetzt, um dem Land wirtschaftlich zu helfen.
Die Regierung Polens plant, angesichts der Bauernproteste, dass die EU einige Regelungen ihrer Agrarpolitik aussetzt oder ändert. Dies betrifft auch die Green-Deal-Strategie, mit der die EU bis 2050 klimaneutral werden will. Diese umfasst Maßnahmen in Bereichen wie Energie, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft.
Es gehe nicht darum, den gesamten Green Deal zu kippen oder zu verwerfen, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk nach langen Verhandlungen mit Vertretern der Bauernverbände. «Aber in der Zeit des Krieges und des zollfreien Handels (mit der Ukraine) sind praktisch alle Bestimmungen des Green Deals ein weiterer Schlag und müssen ausgesetzt oder zurückgezogen werden.»








