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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Seit August 2023 betreibt die Ukraine einen eigenen Seekorridor durchs Schwarze Meer – ungeachtet von Moskau. Ein Restrisiko bleibt, doch der Schiffsverkehr nimmt zu. Die News im Überblick.

Ein Gepard Flugabwehrkanonenpanzer steht mit seiner Besatzung in einer Stellung östlich von Odessa. Der von Deutschland gelieferte Panzer wird hier zur Abwehr von feindlichen Drohnen, Flugzeugen oder Hubschraubern eingesetzt.
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Laut Angaben aus Kiew setzt die russische Armee ihre Bodenoffensive im Osten und Süden der Ukraine fort. Der ukrainische Generalstab meldete 63 Gefechte entlang der etwa 1000 Kilometer langen Front. Nach dem Rückzug der ukrainischen Truppen aus der Stadt Awdijiwka im Industriegebiet Donbass haben sich die Kämpfe laut einem Militärsprecher nach Süden in den Ort Nowomychajliwka südwestlich von Donezk verlagert.

In der heutigen Nacht hat Russland erneut die ukrainische Region Odessa am Schwarzen Meer mit Kampfdrohnen angegriffen. Es gibt noch keine Informationen über mögliche Schäden und Opfer. Gleichzeitig wurde von russischen Quellen auf der annektierten Halbinsel Krim über ukrainische Angriffe in der Nähe der Stadt Kertsch berichtet. Dabei wurden ferngesteuerte Drohnen sowohl in der Luft als auch zur See eingesetzt. Das Ausmaß dieser Angriffe konnte zunächst nicht eingeschätzt werden. Die Ukraine verteidigt sich seit über zwei Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion. Heute wird der 741. Kriegstag gezählt.

Ukrainisches Militär sieht Front bei Awdijiwka stabilisiert

Nach monatelangen Kämpfen hatte die ukrainische Armee Mitte Februar Awdijiwka räumen müssen, das seit 2014 Frontstadt gegen die nahegelegene, von Russland kontrollierte Donbass-Metropole Donezk war. Auch in den Tagen danach setzten die russischen Truppen ihren Vormarsch fort und eroberten mehrere Dörfer. Ein ukrainischer Militärsprecher sagte am Montag, es sei mittlerweile gelungen, die Front nordwestlich von Awdijiwka zu stabilisieren. «Das Vordringen des Feindes ist gestoppt», sagte Dmytro Lychowij, Sprecher der ukrainischen Truppen an diesem Frontabschnitt, im Kiewer Fernsehen. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Militärangaben zunächst nicht.

Lychowij sagte weiter, dass Russland bei Nowomychajliwka südwestlich von Donezk große Reserven zusammengezogen hat. Die Zahl der russischen Angriffe nimmt dort zu – er sprach von bis zu 30 Gefechten pro Tag. Den ukrainischen Truppen fehlt hauptsächlich Artilleriemunition, um sich gegen die russischen Angriffe zu verteidigen. Sie sind auch den Bombenabwürfen durch russische Kampfflugzeuge weitgehend schutzlos ausgesetzt.

Ukraine verschifft etwa 30 Millionen Tonnen Fracht

Ungeachtet russischer Drohungen transportierte die Ukraine in gut einem halben Jahr über ihren Seekorridor auf dem Schwarzen Meer fast 30 Millionen Tonnen Fracht. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. «Das ist in Zeiten des Krieges sehr beachtlich», sagte Selenskyj in Kiew. «Ich bin allen dankbar, die in unseren Häfen und auf den Schiffen arbeiten, und allen, die für den Betrieb des Seekorridors und seine Sicherheit sorgen.»

Die Menge an Fracht hat fast 33 Millionen Tonnen Getreide erreicht, die im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative von Juli 2022 bis Juli 2023 exportiert wurden. Im August 2023 hat die Ukraine einen eigenen Schifffahrtskorridor von ihren Seehäfen in Richtung der türkischen Meerengen eingerichtet – ohne Sicherheitsgarantien aus Moskau. Seitdem wird die Route stark genutzt, obwohl es zu einigen russischen Angriffen auf Frachtschiffe gekommen ist und ein Restrisiko besteht.

Litauen hilft bei tschechischem Munitionskauf

Litauen wird sich der tschechischen Initiative zur Beschaffung von Artilleriemunition für die Ukraine anschließen und sie finanziell unterstützen. Dies wurde ihrem tschechischen Kollegen Petr Fiala in einem Telefonat zugesagt, wie Regierungschefin Ingrida Simonyte in Vilnius mitteilte. Nähere Angaben machte die Ministerpräsidentin des baltischen EU- und Nato-Landes zunächst nicht. Tschechien hat nach Angaben von Präsident Petr Pavel die Möglichkeit, große Mengen Artilleriemunition für die Ukraine in Nicht-EU-Staaten zu kaufen. Allerdings sucht das Land Partner, die sich an den Kosten des Großeinkaufs beteiligen.

Das wird heute wichtig

Emmanuel Macron, der französische Präsident, wird während seines Besuchs in Tschechien in Prag mit Pavel und Fiala sprechen. Der Schwerpunkt wird weiterhin auf der europäischen Unterstützung für die Ukraine liegen.

dpa