Die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine dauern an. Kiew überlegt, wie die Marschflugkörper und Hyperschallraketen gestoppt werden können. Die News im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine sorgen für immer neue Opfer und Schäden. Am Abend wurde die südukrainische Hafenstadt Odessa von einer Rakete getroffen, die drei Frauen verletzte, wie die regionale Militärverwaltung mitteilte. Zu den Schäden hieß es lediglich, «Objekte der zivilen Infrastruktur» seien getroffen worden. Später wurde gemeldet, dass in der Stadt der Strom für insgesamt 300.000 Menschen ausgefallen sei.
Auch in anderen Regionen der Ukraine gab es am Abend Luftalarm. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko wurde die Hauptstadt Kiew mit Raketen angegriffen, bei denen sieben Menschen im zentralen Stadtbezirk Petschersk verletzt wurden. Ein unbewohntes dreistöckiges Gebäude wurde beschädigt. Raketentrümmer fielen auch in drei anderen Stadtteilen herab.
Kiew: 2000 Raketen seit Kriegsbeginn abgeschossen
Die ukrainische Flugabwehr hat nach eigenen Angaben seit Beginn des russischen Angriffskrieges vor mehr als zwei Jahren 2000 Marschflugkörper und Raketen abgefangen. Das Verteidigungsministerium in Kiew gab bekannt, dass durch die modernen Flugabwehrsysteme, die von den Partnern der Ukraine bereitgestellt wurden, Tausende von Menschenleben gerettet wurden. Die Informationen wurden auf der Plattform X (ehemals Twitter) veröffentlicht.
Die Behörde machte jedoch keine Angaben, wie viele Raketen und Marschflugkörper nicht von der Flugabwehr abgefangen wurden. Auch die Abwehr von Drohnen wurde von dieser Statistik nicht erfasst. Das Ministerium schloss sich der bereits mehrfach von Präsident Wolodymyr Selenskyj geäußerten Bitte um weitere Flugabwehrsysteme an, um die Bevölkerung der Ukraine noch besser zu schützen. «Denn die zivile Infrastruktur bleibt das Hauptziel russischer Angriffe», hieß es.
Beratungen über Gegenmaßnahmen
Die ukrainische Militärführung trat zu Beratungen über mögliche Maßnahmen gegen die verstärkten russischen Angriffe zusammen. «Wir haben erörtert, wie wir das terroristische Potenzial Russlands weiter reduzieren können», sagte Präsident Selenskyj in seiner allabendlichen Videoansprache. «Wir planen ganz klar unsere Aktionen.» Details nannte Selenskyj jedoch nicht.
Verstimmung in Polen
Trotz der Einbestellung erschien der russische Botschafter in Polen nicht im Außenministerium in Warschau, um die mutmaßliche Verletzung des polnischen Luftraums durch eine russische Rakete auf dem Weg in die Westukraine zu erklären. In Warschau herrscht weiterhin Unmut.
Ein Sprecher des polnischen Außenministeriums sagte der Agentur PAP, dass der Diplomat nicht zum geplanten Gespräch erschienen sei. Daher werde die diplomatische Note mit der Aufforderung, den Vorfall aufzuklären, auf anderem Wege an das russische Außenministerium weitergeleitet.
Russland hat laut polnischen Angaben am Sonntagmorgen kurzzeitig den Luftraum des Nato-Mitglieds Polen verletzt, als es bei den Raketenangriffen auf die Westukraine am 24. März um 4.23 Uhr eine Luftraumverletzung durch einen von einem russischen Langstreckenflugzeug abgeschossenen Marschflugkörper gab. Gemäß dem Generalstab der polnischen Streitkräfte.
Polen und die Nato haben diskutiert mögliche Schutzmaßnahmen gegen ein erneutes Eindringen russischer Raketen in den polnischen Luftraum. Bei einem Treffen zwischen Außenminister Radoslaw Sikorski und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ging es um Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheit des polnischen und alliierten Luftraums, teilte das Außenamt in Warschau mit. Stoltenberg wurde über die Details des Vorfalls und die eingeleiteten Verfahren informiert.
Weitere Kämpfe an den Fronten der Ukraine
An den Fronten der Ukraine haben russische und ukrainische Truppen erneut heftige Kämpfe ausgetragen. Insgesamt wurden im Laufe des Tages 45 Kampfhandlungen verzeichnet, wie der Generalstab in Kiew mitteilte. Die russischen Einheiten erhielten dabei Unterstützung durch 56 Luftangriffe. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Bei einem russischen Angriff in Charkiw im Osten des Landes wurden vier Frauen verletzt, wie die Justizbehörden der Region berichteten. Ersten Untersuchungen zufolge wurden sie durch die Explosion einer Fliegerbombe verletzt.
Kremlsprecher: Müssen Russen im Osten der Ukraine schützen
Kremlsprecher Dmitri Peskow hat angedeutet, dass weitere russische Angriffe in der Ukraine stattfinden könnten. Peskow wurde von der Staatsagentur Tass zitiert, dass Russland alles tun müsse, um die Bewohner der besetzten und inzwischen annektierten Gebiete im Osten der Ukraine zu schützen.
Dabei müssten die zu diesen Gebieten gehörenden Abschnitte «befreit» werden, die noch von der ukrainischen Armee kontrolliert werden. Zudem müsse das russische Militär so handeln, «dass das militärische Potenzial des Kiewer Regimes die Sicherheit unseres Volkes, unserer Regionen nicht bedrohen kann».








