Während der gut zwei Kriegsjahre hielt Präsident Selenskyj an den meisten Mitstreitern fest. Doch nun wird auch beim Nationalen Sicherheitsrat getauscht. Die Geschehnisse im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Die ukrainischen Verteidiger werden von der russischen Armee an der Front im Osten des angegriffenen Landes weiterhin unter Druck gesetzt. Der ukrainische Generalstab meldete besonders heftige Gefechte aus Nowomychajliwka südlich von Donezk. Am Dienstag gab es dort 21 versuchte russische Vorstöße, wie das Militär in Kiew mitteilte. Insgesamt wurden entlang der fast 1000 Kilometer langen Frontlinie in der Ost- und Südukraine 51 Bodengefechte gemeldet.
In Kiew sorgte ein Wechsel an der Spitze des nationalen Sicherheitsrates für Aufsehen. Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ den Sekretär des Rates, Olexij Danilow, und ersetzte ihn durch den bisherigen Leiter der Auslandsaufklärung, Olexander Lytwynenko.
Nach mehreren Nächten intensiver russischer Luftangriffe erlebte die Ukraine in der Nacht auf Mittwoch eine vergleichsweise ruhige Zeit. Lediglich in der östlichen Großstadt Charkiw gab es Luftalarm, da diese ständig durch Raketenbeschuss aus dem benachbarten russischen Gebiet Belgorod bedroht ist.
Von dort aus wurden wiederum viele ukrainische Kampfdrohnen gemeldet. „18 Fluggeräte wurden abgefangen“, sagte Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow. Zunächst wurde von einem Verletzten gesprochen. In einigen Dörfern um die Stadt Belgorod gab es Schäden an Häusern oder Autos. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukrainische Frontlinie weiter unter Druck
Seit über zwei Jahren verteidigt die Ukraine erfolgreich gegen eine groß angelegte russische Invasion. Die ukrainischen Streitkräfte sind seit Monaten in der Defensive, aufgrund von Munitions- und Luftunterstützungsmangel. Die russischen Truppen haben mehr Soldaten und Material zur Verfügung und werden durch Luftangriffe unterstützt. In Nowomychajliwka im Gebiet Donezk versuchen die russischen Truppen, eine langjährige vorgeschobene Position der Ukrainer einzunehmen.
Auch internationale Beobachter wie das Institut für Kriegsstudien (ISW) in den USA haben diese Kämpfe bestätigt. Das ISW berichtete auch über geringfügige russische Geländegewinne jeweils westlich von Bachmut und von Awdijiwka.
Neue Aufgabe für entlassenen Sekretär des Sicherheitsrates
Präsident Selenskyj erwähnte in seiner abendlichen Videobotschaft am Dienstag die Entlassung des Sicherheitsratssekretärs Danilow, nannte jedoch keine Gründe. Er kündigte an, dass Danilow eine neue Aufgabe erhalten werde. Im Präsidialamt wurde von Berater Mychajlo Podoljak von einer normalen Rotation des Personals gesprochen. Danilow hatte vor etwa einer Woche den chinesischen Vermittler Li Hui öffentlich beleidigt, als dieser kürzlich nach Kiew und Moskau gereist war, um die Möglichkeit einer Friedenslösung zwischen den Kriegsgegnern auszuloten.
Im Sicherheitsrat der Ukraine, der aus 21 Mitgliedern besteht, sind Regierungsmitglieder, Geheimdienstchefs, der Generalstaatsanwalt, der Chef der Zentralbank und der Präsident der Akademie der Wissenschaften vertreten. Der Rat unter dem Vorsitz des Präsidenten behandelt Fragen der nationalen Sicherheit. Der Sekretär ist hauptsächlich für organisatorische Aufgaben zuständig und berichtet direkt an den Staatschef.
Der neue Chef des Auslandsgeheimdienstes ist Oleh Iwaschtschenko. Er war zuvor Vizechef des Militärgeheimdienstes HUR. Selenskyj hat während der mehr als zwei Jahre Krieg an den meisten seiner Mitstreiter im Sicherheitsbereich festgehalten. Allerdings wurden im Laufe der Zeit die Leiter des Geheimdienstes SBU, des Verteidigungsministeriums und zuletzt der Armee neu besetzt.








