Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen die russische Invasion, heute zählt sie den 773. Kriegstag.
Schwerer Schlag gegen russische Luftwaffe durch ukrainische Drohnenangriffe

Die Ukraine beansprucht einen schweren Schlag gegen die russische Luftwaffe, während sie ihre Drohnenangriffe ausweitet. Laut Medien in Kiew wurden 19 russische Kampfflugzeuge zerstört oder beschädigt, wie aus Informationen aus Sicherheitskreisen hervorgeht.
Russische Zivilbehörden haben nur ukrainische Drohnenangriffe in mehreren Regionen gemeldet, in denen sich Militärflugplätze befinden. Ein russischer Militärblogger bestätigte den Angriff auf den Fliegerhorst Morosowsk im südrussischen Gebiet Rostow, bestritt jedoch den Verlust von Flugzeugen. Erste Satellitenaufnahmen konnten die Angaben aus Kiew nicht eindeutig bestätigen.
Seit über zwei Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen die russische Invasion, heute ist der 773. Kriegstag. In der Nacht gab es Luftalarm im Osten des Landes. Die ukrainische Luftwaffe hat russische Flugzeuge und Kampfdrohnen in der Luft gemeldet. In der Nähe der Hafenstadt Odessa wurde eine russische Lenkrakete abgeschossen. Bei einem zweifachen Raketenangriff der Russen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja im Süden wurden mindestens vier Menschen getötet und viele weitere verletzt.
Angriffe auf russische Luftwaffenstützpunkte
In den vergangenen Wochen hat die Ukraine die Angriffe im russischen Hinterland mit Kampfdrohnen aus eigener Entwicklung ausgedehnt. Die Fluggeräte wurden hauptsächlich auf russische Ölraffinerien gelenkt, zuletzt auch auf eine Drohnenfabrik etwa 1200 Kilometer von der Ukraine entfernt. Es gab jedoch bisher keine gleichzeitigen Angriffe auf mehrere bedeutende russische Luftwaffenstützpunkte wie in der Nacht auf Freitag.
In Morosowsk sind Bomber der Typen Suchoi Su-24 und Su-27 der russischen Luftwaffe stationiert. Sie werden eingesetzt, um gefürchtete Gleitbomben auf Städte hinter der ukrainischen Front abzuwerfen. Laut Sicherheitskreisen in Kiew wurden sechs Flugzeuge auf dem Stützpunkt zerstört und acht beschädigt. Fighterbomber, ein russischer Militärblogger, bestritt diese Behauptung. Die russische Seite habe rechtzeitig gewarnt und die Jets abgezogen. Die Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Den Informationen aus Kiew zufolge wurden auf dem Stützpunkt Jeisk im südrussischen Gebiet Krasnodar zwei Erdkampfflugzeuge vom Typ Su-25 zerstört. Ein weiterer Angriff richtete sich gegen den über 600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernten Militärflughafen Engels bei Saratow an der Wolga, bei dem drei strategische Bomber vom Typ Tu-95 beschädigt wurden. Russland schießt oft mit solchen Langstreckenbombern Marschflugkörper auf die Ukraine ab. Über mögliche Folgen eines weiteren Angriffs auf einen Militärflugplatz im Gebiet Kursk ist derzeit nichts bekannt.
Zweifacher Raketenangriff auf Saporischschja
Laut Behörden wurden mindestens vier Menschen durch russische Raketenangriffe auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja getötet. Gouverneur Iwan Fedorow gab bekannt, dass 13 Menschen ins Krankenhaus gebracht wurden, darunter vier Schwerverletzte. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, nach Angaben der Gebietsverwaltung. Insgesamt wurden fünf Raketen auf Ziele in der Stadt abgefeuert.
Unter den Verletzten waren auch zwei Journalistinnen der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform und des TV-Senders 1+1. Sie hatten über die Auswirkungen der ersten Raketenangriffe vor Ort berichtet, als die zweite Angriffswelle erfolgte. Bereits in der vergangenen Nacht wurde Saporischschja von russischen Kampfdrohnen angegriffen.
Stromsperren wegen beschädigter Kraftwerke
Aufgrund der russischen Angriffe auf ukrainische Strom- und Wärmekraftwerke in den letzten Wochen musste der Versorger Ukrenerho den Strom in fünf Regionen für etwa drei Stunden abschalten. Dies betraf die Gebiete Dnipropetrowsk, Saporischschja, Kirowograd, Poltawa und Sumy, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Besonders stark von Strommangel betroffen sind die Bewohner der ostukrainischen Großstadt Charkiw, und das bereits seit Wochen. Die Einschränkungen dort sind noch strenger.
Ukraine befestigt ihre Grenze im Norden
Zwei Jahre nach der Rückeroberung des Gebiets Tschernihiw im Norden der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Region besucht. «Dank des Widerstands des Volkes ist es uns gelungen, diesem Krieg eine Wende zu geben, die Invasoren zu stoppen und sie aus unserer Heimat zu vertreiben», sagte der Staatschef in der Gebietshauptstadt Tschernihiw. Doch die Region an der Grenze zu Russland und Belarus werde weiterhin mit Artillerie beschossen. Selenskyj besuchte nach Angaben seines Präsidialamtes auch neu angelegte militärische Befestigungsanlagen mit Schützengräben, Minengürteln und Panzersperren. Die ukrainische Armee will damit einen möglichen zweiten Vorstoß russischer Truppen stoppen.
Zu Beginn des Angriffskrieges im Februar 2022 war die russische Armee auch durch diese Region in Richtung Kiew vorgerückt. Die Gebietshauptstadt Tschernihiw wurde nicht besetzt, aber wochenlang belagert. Als die russischen Truppen sich im April 2022 zurückzogen, kam Stadt und Umland wieder unter ukrainische Kontrolle.








