Im Juni soll ein Friedensgipfel in der Schweiz stattfinden – doch Russland will nicht daran teilnehmen. Die Ukraine hofft, bis dahin auch mit neuen Raketen durchzuhalten. Die News im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Die Schweiz organisiert einen Friedensgipfel zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine. Doch Russland wird nach eigenen Angaben nicht daran teilnehmen. Moskau habe keine Einladung zur Konferenz erhalten, teilte die russische Botschaft in Bern mit. «Aber selbst im Fall des Erhalts einer Einladung für so ein Ereignis würde sie die russische Seite nicht annehmen», heißt es weiter in der Mitteilung. Ohne russische Beteiligung verkomme das Treffen am Berg Bürgenstock zu einer weiteren Runde fruchtloser Konsultationen. Der Gipfel ist am 15. und 16. Juni geplant.
Die Botschaft erklärte die Ablehnung damit, dass in der Schweiz angeblich nur der Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verhandelt werde. Dessen Friedensformel aber «ist eine Ansammlung an Ultimaten gegenüber Russland und zieht die Interessen der nationalen Sicherheit unseres Landes nicht in Betracht». Selenskyj hatte unter anderem den vollständigen Abzug der russischen Truppen von ukrainischem Gebiet gefordert – darunter auch von der bereits seit 2014 von Moskau annektierten Krim.
Moskau kritisierte, dass andere Friedensinitiativen – darunter aus China und Afrika – bei der Konferenz keine Berücksichtigung fanden. Im Gegensatz dazu erklärte der Schweizer Außenminister Ignazio Cassis bei der Präsentation der Konferenz, dass diese über den von Selenskyj ausgearbeiteten Friedensplan hinausgehen und auch bestehende Vorschläge anderer Länder, wie zum Beispiel China, berücksichtigen werde. Laut Cassis wurde China eingeladen, jedoch liegt noch keine Antwort vor. Schweizer Medien hatten außerdem berichtet, dass auch Russland eingeladen werden soll.
Selenskyj berichtet über Erfolge bei Raketenproduktion
Selenskyj bedankte sich in seiner täglichen Videobotschaft bei der Schweiz für die Organisation und kündigte eine Vorlage für ein seinen Worten nach «gerechtes Ende dieses Krieges» an. Bisher bestand die Ukraine auf einem vollständigen Truppenabzug Russlands aus den besetzten Gebieten als Grundlage für eine Friedenslösung. Moskau hingegen beansprucht mindestens die bisher eroberten Gebiete für sich.
Der ukrainische Staatschef verkündete gleichzeitig Fortschritte in der Raketenproduktion. Die Serienfertigung hat begonnen, es werden neue Modelle entwickelt. Es ist nun entscheidend, dass das Militär die Ergebnisse der Rüstungsproduktion in Erfolge umsetzen kann. Drohnen und Raketen gelten als die wichtigsten Waffen in dem seit zwei Jahren anhaltenden Krieg.
Angesichts der anhaltenden Angriffe auf ukrainische Städte aus der Luft und dem langsamen, aber steten Vormarsch der russischen Truppen am Boden appellierte er aber auch an den Durchhaltewillen der Bevölkerung. Kremlchef Wladimir Putin tue alles, um die Schläge gegen die Ukraine zu verstärken. Zwar stärke auch Kiew seine militärischen Möglichkeiten. «Aber wir brauchen nicht weniger innere Stärke, ein inneres Verständnis dafür, dass nur die Starken den Krieg zu ihren eigenen Bedingungen beenden», sagte Selenskyj. Umfragen hatten zuletzt ergeben, dass immer noch mehr als 80 Prozent der Ukrainer an einen eigenen Sieg glauben.
Tote Zivilisten auf beiden Seiten nach gegenseitigem Beschuss
Bei den russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Hafenstadt Odessa wurden laut offiziellen Angaben mindestens 4 Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Unter den Todesopfern befand sich auch ein zehn Jahre altes Mädchen, wie der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, auf seinem Telegram-Kanal mitteilte. Mehrere Verletzte schweben in kritischem Zustand. Die Raketenangriffe erfolgten seinen Angaben zufolge mit ballistischen Raketen vom Typ Iskander.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff im westrussischen Gebiet Kursk kamen auf der Gegenseite drei Menschen ums Leben, darunter zwei Kinder, wie der Gouverneur der Region, Roman Starowoit, am Mittwoch mitteilte. Ein Sprengsatz wurde von einer Drohne in Ananassowka, nur wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, auf ein Auto abgeworfen, in dem die Zivilisten unterwegs waren.
Seit über zwei Jahren führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und greift dabei regelmäßig das Hinterland des Nachbarlandes mit Drohnen und Raketen an. Dennoch beschweren sich auch die russischen Grenzregionen zunehmend über Beschuss aus der Ukraine. Die Opfer und Schäden auf russischer Seite sind jedoch im Vergleich zu den vielen Toten, Verletzten und Zerstörungen, die Moskau in der Ukraine verursacht, minimal.








