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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Der Krieg in der Ukraine kennt keine Pause. Auch das Fest der Auferstehung Christi wird von Explosionen und dem Dröhnen von Panzermotoren übertönt.

Die Ukrainer feiern das orthodoxe Osterfest, und die Soldaten der ukrainischen Streitkräfte halten sich auch an der Front an die nationalen Traditionen.
Foto: Andriy Andriyenko/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Russische Einheiten haben ungeachtet des orthodoxen Osterfestes ihre Angriffe entlang der ukrainischen Fronten fortgesetzt. Gestern wurden laut dem Generalstab in Kiew in seinem Lagebericht 103 Kampfhandlungen registriert.

Der Fokus lag auf dem Gebiet westlich von Bachmut und Awdijiwka in der Ostukraine, wo die ukrainischen Verteidiger 56 russische Angriffe mit Artilleriefeuer abgewehrt haben. Die Informationen konnten nicht unabhängig überprüft werden. Es gab zunächst keine Informationen über mögliche Verluste auf beiden Seiten. Das orthodoxe Osterfest wird sowohl in der Ukraine als auch in Russland gefeiert.

Die ukrainischen Militärs berichteten zudem von zahlreichen russischen Luftangriffen, unter anderem auf die Großstadt Charkiw im Osten des Landes. Dort wurden nach Angaben der örtlichen Militärverwaltung mindestens 15 Menschen verletzt. Auch aus Poltawa in der Zentralukraine wurden russische Angriffe gemeldet. 100 russische Luftangriffe seien sowohl auf ukrainische Stellungen an den Fronten als auch zivile Wohngebiete registriert worden. «Infolge dieser terroristischen Angriffe hat es leider Opfer unter der Zivilbevölkerung gegeben», heißt es in dem Bericht des Generalstabs. 

Selenskyj spricht Ukrainern in Osterbotschaft Mut zu

Zum Osterfest sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten Mut zu. Gott stehe in diesem Krieg aufseiten der von Russland angegriffenen Ukraine, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft, die das Präsidialamt in Kiew veröffentlichte. «Mit einem solchen Verbündeten wird das Leben definitiv über den Tod siegen.» Er rief darüber hinaus zum Gebet für ukrainische Soldaten auf, die dieses Osterfest erneut in den Schützengräben an der Front verbringen müssen. 

In der Ukraine feiern – ebenso wie in Russland – viele orthodoxe Christen nach dem julianischen Kalender Ostern erst am 5. Mai. Andere christliche Feiertage hingegen hat das angegriffene Land im Zuge des Angriffskriegs an den Kalender westlicher Kirchen angepasst. So ist Weihnachten mittlerweile vom 7. Januar auf den 25. Dezember vorverlegt worden.

Moderne Waffensysteme nur bei russischen Elitetruppen

Die russischen Streitkräfte in der Ukraine sind unterschiedlich gut ausgerüstet. «Nur Elite-Brigaden, wie etwa Marineinfanterie oder Luftlandetruppen, erhalten relativ neue Waffentypen oder bestenfalls aufgewertete sowjetische Systeme», sagte Iwan Timotschko, Vorsitzender des Reservistenverbandes der ukrainischen Bodentruppen. «Alle anderen Einheiten kämpfen mit denselben Golf-Karren, die sie in China über Dritte kaufen, oder mit Ural-Lastwagen, die sie mit Eisengittern verstärken und zum Angriff schicken.»

Timotschko sagte, dass die russischen Streitkräfte derzeit hauptsächlich auf den Einsatz von Infanterie setzen. Gleichzeitig sei ihr Ziel, die gepanzerten Fahrzeuge so gut wie möglich zu schützen, jedoch mehr aus Angst vor Drohnenangriffen als vor Artillerieangriffen. Es seien ungewöhnliche Schutzversuche für die Fahrzeuge zu beobachten, darunter die Verwendung von Eisen- oder Blechplatten sowie Nylonnetzen. Kürzlich wurden Fotos von russischen Panzern veröffentlicht, die Schutzschilde ähnlich wie Schildkrötenpanzer trugen.

dpa