Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Die Ukraine ist mehr denn je auf internationale Hilfe angewiesen. Verteidigungsminister Pistorius beschwört die Zusammenarbeit des Westens gegen Russland. Ein Überblick über die Ereignisse der Nacht.

«Während Moskau den Begriff «Multipolarität» nur heuchlerisch verwendet, um seine Versuche, das Leben anderer Nationen zu kontrollieren, zu verstecken, schaffen wir ein Instrument echter Multipolarität», sagt Wolodymyr Selenskyj.
Foto: -/Ukraine Presidency/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

Während die ukrainische Führung für eine breite Unterstützung des nahenden Friedensgipfels in der Schweiz wirbt, beschwört die Bundesregierung die militärische Kooperation der westlichen Partner gegen Russland. Der für den 15. und 16. Juni in der Nähe von Luzern geplante Gipfel «kann und soll den Wert internationaler Zusammenarbeit demonstrieren», sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Bei der Konferenz sollen laut früheren Angaben bis zu 80 Staaten vertreten sein und über Friedensperspektiven für die Ukraine diskutieren. «Während Moskau den Begriff «Multipolarität» nur heuchlerisch verwendet, um seine Versuche, das Leben anderer Nationen zu kontrollieren, zu verstecken, schaffen wir ein Instrument echter Multipolarität», sagte Selenskyj.

Russlands Präsident Wladimir Putin, der gestern in Moskau den Eid für seine fünfte Amtszeit abgelegt hatte, betont immer wieder die Notwendigkeit einer multipolaren Weltordnung anstelle einer vermeintlichen US-amerikanischen Dominanz. Kritiker argumentieren jedoch, dass Putin, der vor mehr als zwei Jahren den Angriffskrieg gegen die Ukraine angeordnet hat, anscheinend nicht wirklich an einer echten Multipolarität interessiert ist, sondern vielmehr die Unterdrückung von Nachbarländern anstrebt.

Pistorius: Putin darf mit Angriffskrieg nicht durchkommen

Verteidigungsminister Boris Pistorius forderte zum Beginn einer militärpolitischen Reise in die USA und nach Kanada zu einer weiteren gemeinsamen Unterstützung der Ukraine gegen die russischen Angreifer auf. Bei seinem ersten Stopp in New York vor Vertretern des American Jewish Committee, das jüdische Interessen vertritt, betonte er die verstärkten Beiträge Deutschlands in der Nato.

Putin dürfe mit seinem brutalen Angriffskrieg nicht durchkommen. «Es geht um die Frage, ob und wie Demokratien sich verteidigen», sagte Pistorius. Dies sei Europas wichtigste strategische Frage und der Angriff darüber hinaus die größte Bedrohung für die internationale Ordnung.

Auch Belarus übt Einsatz taktischer Atomwaffen

Nachdem Russland die Durchführung von Atomstreitkräfte-Manövern angekündigt hat, testet auch der verbündete Nachbar Belarus die Einsatzbereitschaft seiner nuklear bewaffneten Truppen. Der belarussische Verteidigungsminister Viktor Chrenin gab bekannt, dass Staatschef Alexander Lukaschenko ein unangekündigtes Manöver mit Soldaten und Trägerwaffen angeordnet hat. Obwohl Belarus selbst keine Atommacht ist, sind auf seinem Territorium seit Ende des letzten Jahres taktische Atomwaffen aus Russland stationiert.

Pentagon nennt Details zu in Russland inhaftiertem US-Soldaten

Das Pentagon hat derweil neue Details zu dem in Russland festgenommenen US-Soldaten veröffentlicht. Eine Sprecherin der U.S. Army teilte mit, der Soldat habe seinen Dienst in Südkorea am 10. April beendet. Anstatt aber in die Vereinigten Staaten zurückzukehren, sei er «aus persönlichen Gründen» über China in die russische Hafenstadt Wladiwostok am Pazifik gereist. Er habe für seine Reise keine offizielle Genehmigung durch das US-Verteidigungsministerium beantragt.

Am Freitag habe das russische Innenministerium die US-Botschaft in Moskau darüber informiert, dass der US-Soldat am Tag zuvor «wegen Diebstahls von persönlichem Eigentum» festgenommen worden sei. Er befinde sich nun in Untersuchungshaft. Die Inhaftierung von US-Bürgern in Russland zieht in den meisten Fällen komplizierte Verhandlungen zwischen Moskau und Washington über eine Freilassung oder einen Austausch von Gefangenen nach sich.

Was heute wichtig wird

Putin, der Chef des Kremls, leitet heute in Moskau einen Jubiläumsgipfel der Eurasischen Wirtschaftsunion. Die Union wurde vor zehn Jahren unter russischer Führung gegründet und umfasst auch die ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisistan, Belarus und Armenien.

dpa