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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

In Nordeuropa findet die von Russland angegriffene Ukraine praktisch uneingeschränkte Unterstützung. Schweden sagt Rüstungshilfe in Milliardenhöhe zu. Die News im Überblick.

Heute zählt die Ukraine den 820. Tag der großangelegten russischen Invasion.
Foto: Iryna Rybakova/Iryna Rybakova/AP/dpa

Die Ukraine sammelt weiter Zusagen für den geplanten Friedensgipfel in der Schweiz Mitte Juni. «Heute habe ich mit den Staats- und Regierungschefs von Chile, Albanien, Österreich und Mosambik gesprochen», berichtete Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videobotschaft. «Vier weitere Länder auf dem Gipfel – ich danke ihnen.» Bekannt ist, dass für Deutschland Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu dem Treffen reisen wird.

Die intensiven Bodenkämpfe gegen die angreifenden Truppen Russlands setzten sich laut dem ukrainischen Generalstab fort. Im Abendbericht wurde von 121 Gefechten berichtet. Die meisten davon fanden im Gebiet Donezk im Osten statt. Gleichzeitig hielt die russische Offensive im Grenzgebiet zur Großstadt Charkiw an. Heute markiert die Ukraine den 820. Tag der umfangreichen russischen Invasion.

Österreichs Kanzler Nehammer kommt zu Friedensgipfel

Die Ukraine hat die Schweiz gebeten, am 15./16. Juni auf dem Bürgenstock bei Luzern ein Gipfeltreffen zu organisieren. Das Ziel ist, mehr internationale Unterstützung für das angegriffene Land zu mobilisieren. Die Ukraine hofft, insbesondere neutrale oder mit Russland befreundete Länder des Südens von ihrer Position zu überzeugen. Besonders China wird umworben. Es geht zunächst nicht um Verhandlungen mit Russland; Moskau ist nicht eingeladen und lehnt eine Teilnahme ohnehin ab.

«Die russische Aggression hat versucht, die UN-Charta in ein Museumsstück zu verwandeln», sagte Selenskyj in Kiew. «Unser Friedensgipfel und die Teilnahme führender Politiker aus aller Welt können der UN-Charta wieder zu voller Wirksamkeit und vollem Schutz für alle Nationen verhelfen.»

Aus Österreich werde Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) an dem Treffen teilnehmen, bestätigte das Kanzleramt in Wien. Nehammer nannte die Konferenz einen wichtigen Schritt, damit Frieden wieder möglich werde. Nötig sei eine «breite Allianz an Verbündeten für den Frieden, auch außerhalb der Echokammern der EU».

Schweden gibt 6,5 Milliarden Euro an Militärhilfe

Schweden gewährt der Ukraine Militärhilfe in Höhe von weiteren 6,5 Milliarden Euro, die über drei Jahre verteilt werden. Dies gab der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson in Stockholm bekannt. Selenskyj bedankte sich am Abend für die Hilfe. «Das ist wirklich greifbar und wird nicht nur uns, nicht nur die Ukraine, sondern den gesamten europäischen Raum von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer stärken», sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

«Die Sache der Ukraine ist die Sache Schwedens», sagte Kristersson in einem auf X veröffentlichten Video. Seit Beginn der russischen Invasion vor über zwei Jahren habe sein Land bereits 15 Pakete mit Militärhilfe für die Ukraine geschnürt. Die neue Rüstungshilfe solle sich auf die Jahre 2024 bis 2026 verteilen. Schweden trat unter dem Eindruck des russischen Angriffs der Nato bei und ist einer der größten Unterstützer der Ukraine.

Heftige Kämpfe im Donbass

Die Nacht begann für die Ukraine ungewöhnlich ruhig und fast ohne Luftalarm. Vor Mitternacht wurde eine auf die Stadt Dnipro zufliegende Rakete nach Medienberichten von der Luftverteidigung abgeschossen.

An der Front im Osten und Süden der Ukraine verzeichnete der Generalstab die meisten Gefechte im Kohle- und Stahlrevier Donbass. Allein in der Region nordwestlich der Stadt Awdijiwka wurden 25 Gefechte verzeichnet. «Der Feind versucht insbesondere, mit Angriffsgruppen und Ausrüstung in unsere Kampfformationen einzudringen», teilte das Militär mit. In der Region sei ein russischer Kampfjet Su-25 abgeschossen worden.

Die Militärangaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Aber auch Selenskyj bezeichnete die Gegend als einen Schwerpunkt der Kämpfe.

Zu der Mitte Mai eröffneten Front im Grenzgebiet bei Charkiw teilte das ukrainische Militär mit: «Die Verteidigungskräfte haben die Situation unter Kontrolle, und unsere Verteidiger leisten einen würdigen Widerstand.» Dort konzentrierten sich die Kämpfe auf die Dörfer Lipzy und Staryzja sowie die Kleinstadt Wowtschansk.

dpa