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Spanien und Frankreich unterstützen Ukraine militärisch

Die Ukraine erhält von Spanien eine Milliarde Euro Militärhilfe und Frankreich plant, Ausbilder zu schicken, während Russland Charkiw bombardiert.

Spanien hat beim ersten offiziellen Besuch des ukrainischen Präsidenten Selenskyj (l) in Madrid ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit der Ukraine unterzeichnet.
Foto: Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpa

Gemäß Angaben aus Kiew plant Frankreich, Militärausbilder in die Ukraine zu entsenden. Darüber hinaus hat Spanien ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit der Ukraine unterzeichnet. Gleichzeitig setzt die russische Armee ihre Bombardierung der ostukrainischen Metropole Charkiw fort.

Kiew: Paris will Militärausbilder schicken

Er begrüße «die Initiative Frankreichs, Ausbilder in die Ukraine zu schicken, um ukrainische Armeeangehörige auszubilden», schrieb der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj auf Facebook. Er habe bereits Dokumente unterzeichnet, «die es den ersten französischen Ausbildern ermöglichen, bald unsere Schulungszentren zu besuchen und sich mit deren Infrastruktur und Personal vertraut zu machen». Eine offizielle Bestätigung aus Frankreich, dass eine solche Ausbildungsmission tatsächlich konkret geplant sei, gab es zunächst nicht.

Seit über zwei Jahren wehrt sich die Ukraine gegen einen russischen Angriffskrieg. Es wurde kürzlich erneut über die Möglichkeit diskutiert, westliche Militärausbilder in das Kriegsgebiet zu entsenden, um die unter Druck geratene ukrainische Armee effektiver zu unterstützen. Offiziell gibt es bisher keine solchen Ausbildungsprogramme.

Auf Anfrage der dpa teilte das Verteidigungsministerium in Paris lediglich mit: «Wie bereits mehrfach erwähnt, ist die Ausbildung auf ukrainischem Boden eine der Baustellen, die (…) diskutiert werden.» Weiter hieß es: «Wie alle bei dieser Gelegenheit besprochenen Themen wird auch diese Frage weiterhin mit der ukrainischen Seite erörtert, insbesondere um ihre genauen Bedürfnisse zu verstehen.»

Spanien sichert Ukraine Milliardenhilfe zu

Spanien hat beim ersten offiziellen Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Madrid ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit der Ukraine unterzeichnet. Die Vereinbarung sehe unter anderem spanische Militärhilfe im laufenden Jahr in Höhe von einer Milliarde Euro vor, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach dem Treffen mit Selenskyj im Regierungspalast Moncloa. Details wollte Sánchez trotz Nachfragen von Journalisten nicht nennen. Er sagte nur, man werde weiter Flugabwehrraketen, Leopard-Panzer und Munition liefern. Selenskyj bezeichnete das Abkommen als «lebensrettende Hilfe in dieser schwierigen Zeit».

Erneut Opfer durch russische Angriffe auf Charkiw

Bei neuen russischen Angriffen auf die ostukrainische Stadt Charkiw wurde laut offiziellen Angaben mindestens eine Person getötet. Bürgermeister Ihor Terechow schrieb auf Telegram, dass weitere elf Bewohner der Metropole durch den Beschuss verletzt wurden. Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden russischen Angriff auf einen Baumarkt in Charkiw am vergangenen Samstag stieg unterdessen auf 18.

Stoltenberg: Einige Beschränkungen für Ukraine überdenken

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief die Mitgliedsstaaten unterdessen auf, einige Beschränkungen für den Einsatz der bereitgestellten Waffen für die Ukraine aufzuheben. «Nach internationalem Recht schließt das Recht auf Selbstverteidigung das Recht ein, legitime militärische Ziele außerhalb der Ukraine anzugreifen. Das ist ein Teil der Selbstverteidigung», sagte Stoltenberg in Bulgarien. Von russischer Seite kam prompt eine verbale Reaktion: Stoltenberg verfalle in «kriegerische Ekstase», schimpfte Kremlsprecher Dmitri Peskow. 

Was heute wichtig wird

Nachdem er Spanien besucht hat, wird der ukrainische Präsident in Belgien erwartet. Außerdem wird es beim EU-Verteidigungsministertreffen in Brüssel und bei Gesprächen mit mehreren NATO-Partnern in Tschechien um weitere Unterstützung für die Ukraine gehen.

dpa