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Putin in Nordkorea: Waffenlieferungen und internationale Sorgen

Russlands Präsident Putin besucht Nordkorea für Waffenlieferungen. USA und Nato besorgt über Zusammenarbeit und globale Sicherheit.

Das letzte Mal war Putin im Jahr 2000 in Nordkorea, damals wurde er noch von Kims Vater, Kim Il Sung empfangen.
Foto: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin ist in Nordkorea zu einem zweitägigen Staatsbesuch angekommen. Der Kremlchef wurde am Flughafen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un empfangen, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Bei dem zweitägigen Besuch geht es laut Beobachtern auch um weitere Waffenlieferungen von Pjöngjang für Moskaus Krieg gegen die Ukraine.

Putin war das letzte Mal im Jahr 2000 in Nordkorea, wo er von Kims Vater, Kim Il Sung, empfangen wurde. Nach einer Pause wurden die Beziehungen aufgrund des Krieges deutlich ausgebaut. Im vergangenen Herbst empfing Putin Kim im Fernen Osten Russlands.

Laut US-Angaben wurde vereinbart, dass Nordkorea Raketen und Artilleriemunition an Russland liefert, die im Krieg eingesetzt werden. Es wird vermutet, dass im Gegenzug militärische Schlüsseltechnologien an das wegen seines Atomprogramms international sanktionierte Pjöngjang übergeben werden. Beide Länder haben eine solche Kooperation bestritten.

Moskau schätze «die standhafte Unterstützung» Nordkoreas für «Russlands militärische Spezialoperation in der Ukraine» und die Solidarität bei wichtigen internationalen Fragen, schrieb Putin vorab in einem Beitrag für die nordkoreanische Zeitung «Rodong Sinmun». Russland hat vor mehr als zwei Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, in Moskau als «militärische Spezialoperation» bezeichnet, begonnen.

USA: Besuch Putins in Nordkorea Grund zur Sorge

Die US-Regierung ist aufgrund von Putins Besuch in Nordkorea daher in großer Sorge. «Die sich vertiefende Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea ist etwas, das jeden beunruhigen sollte, der an der Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel interessiert ist, aber auch an der Unterstützung des ukrainischen Volkes, das weiterhin gegen die russische Aggression kämpft», sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Pat Ryder, in Washington.

Karine Jean-Pierre, die Sprecherin des Weißen Hauses, äußerte sich ähnlich. Sie erklärte, dass die Lieferung von Waffen aus Nordkorea dazu beigetragen habe, dass Russland in der Lage sei, seinen brutalen Krieg in der Ukraine zu führen.

Nato-Chef betont globale Sicherheitskooperation

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte die Bedeutung des Ausbaus der Zusammenarbeit der atlantischen Militärallianz mit Partnern im Indopazifik-Raum während des Besuchs. Stoltenberg sagte bei einer Pressekonferenz mit US-Außenminister Antony Blinken in Washington, dass Putins Reise nach Nordkorea die enge Verbindung Russlands zu autoritären Staaten wie Nordkorea, China und dem Iran zeige und bestätige.

Diese Staaten unterstützten Russlands Kriegsaggression gegen die Ukraine und heizten diese an. «Das zeigt auch, dass unsere Sicherheit nicht regional ist. Sie ist global.»

Es gibt auch Bedenken darüber, dass Russland Technologie für die Raketen- und Atomprogramme dieser Länder zur Verfügung stellt. Aus diesem Grund wird die Zusammenarbeit mit Partnern im Indopazifik-Raum beim Nato-Gipfel in Washington im Juli weiter gestärkt, betonte Stoltenberg.

Selenskyj betont Effizienz neuer Regeln für Waffeneinsatz

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte derweil den Einsatz westlicher Waffen gegen russisches Territorium als effizient. Die Zerstörung russischer Stellungen und Abschussrampen nahe der Grenze sei enorm wichtig, sagte er in seiner täglichen Videoansprache. «Das klappt. Genauso wie wir es erwartet haben.»

Der Präsident der Ukraine lobte verschiedene Einheiten für ungenannte Erfolge. Nach neuen russischen Angriffen auf das Gebiet Charkiw im Nordosten der Ukraine haben westliche Staaten ihr Verbot zum Einsatz ihrer Waffen gegen russisches Staatsgebiet gelockert.

Es sei den Ukrainern gelungen, die russischen Offensiven abzubremsen. Die ukrainischen Soldaten hätten eine neue Seite im Krieg aufgeschlagen – «eine Seite, die Putin eigentlich seiner Offensive widmen wollte und die für Russland zu einem weiteren Fehler wurde», sagte Selenskyj.

In den vergangenen Wochen sind die Geländegewinne der russischen Truppen tatsächlich immer geringer geworden, was Beobachter darauf zurückführen, dass nun westliche Waffen nach längerer Pause wieder bei den ukrainischen Verteidigern ankommen. Trotzdem sehen die meisten Beobachter Russland immer noch im Vorteil.

Das wird heute wichtig

Der Hauptteil des Besuchs von Putin beginnt heute. Zunächst treffen sich die beiden Staatschefs auf dem Kim-Il-Sung-Platz, dem städtebaulichen und symbolischen Zentrum von Pjöngjang. Danach sind Verhandlungen geplant, zuerst im kleinen Kreis und dann im größeren Rahmen. Neben mehreren gemeinsamen Mahlzeiten sind auch eine Kranzniederlegung und ein gemeinsamer Konzertbesuch angekündigt.

dpa