Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Tragödie in Dnipro: Rakete trifft Hochhaus, ein Toter und neun Verletzte

Bilder zeigen stark beschädigtes Hochhaus, Präsident fordert Stärkung der Flugabwehr und Raketenangriffe dauern an.

Ein Luftaufklärer der 148. separaten Artilleriebrigade der ukrainischen Luftangriffstruppen steht neben einer zerlegten Drohne in der Region Donezk in der Ostukraine.
Foto: Uncredited/Ukrinform/dpa

Bei dem Einschlag einer russischen Rakete in ein Hochhaus der ukrainischen Industriestadt Dnipro wurde mindestens eine Person getötet. Neun weitere wurden verletzt. Darunter befindet sich auch ein sieben Monate altes Baby, wie der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Serhij Lyssak, am Freitagabend in seinem Telegramkanal mitteilte. Drei der Verletzten, zwei Frauen im Alter von 27 und 30 Jahren sowie ein 29-Jähriger, befinden sich in kritischem Zustand. Außerdem werden noch zwei Personen unter den Trümmern vermutet.

Bilder zeigen einen stark beschädigten Hausaufgang eines neunstöckigen Gebäudes in einem eng bebauten Wohnviertel. Die obersten vier Etagen sind vollständig zerstört. Dnipro wurde seit Beginn des russischen Angriffskriegs bereits mehrfach mit Raketen beschossen. Bei einem der schlimmsten Angriffe auf zivile Ziele während des Krieges wurden Anfang 2023 beim Einschlag in ein Wohnhaus der Stadt 45 Menschen getötet und etwa 80 verletzt.

Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Präsident, forderte angesichts des neuesten Raketenangriffs erneut die Stärkung der Flugabwehr. In sozialen Medien betonte er, dass nur die Entschlossenheit der Welt den russischen Terror stoppen könne.

Auch während der Nacht wurde in verschiedenen Regionen der Ukraine erneut Luftalarm ausgelöst. Die Luftwaffe in Kiew meldete, dass Russland Drohnen in Richtung ukrainisches Gebiet geschickt habe. Die Ukraine verteidigt sich seit über zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

Zehn Ukrainer sind aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt.

Laut Kiew sind mittlerweile zehn ukrainische Zivilisten aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt. Präsident Selenskyj schrieb in sozialen Netzwerken, dass unter den Freigelassenen auch der Anführer der Krimtataren, Nariman Dscheljal, sei. Er bedankte sich beim Vatikan für die Vermittlung bei der Freilassung der Zivilisten.

Dscheljal wurde bereits im Jahr 2021 auf der von Russland annektierten Krim festgenommen und später zu 17 Jahren Haft verurteilt, bevor die russische Invasion in die Ukraine begann. Er soll angeblich eine Gasleitung gesprengt haben. Nach Angaben von Selenskyj waren auch mehrere andere Gefangene bereits vor dem Krieg in Russland oder Belarus in Haft, darunter zwei Priester der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche.

Belarus verstärkt Truppen an der Grenze zur Ukraine

Die Grenztruppen der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik Belarus (früher Weißrussland) haben nach eigenen Angaben zusätzliche Einheiten an der Grenze zur Ukraine aufgestellt. Dort seien Mehrfachraketenwerfer mit einer Reichweite von 300 Kilometern positioniert worden, sagte ein Sprecher der Grenztruppen der staatlichen Nachrichtenagentur Belta in Minsk zufolge. Begründet wurde die Maßnahme mit angeblichen Spionage- und Sabotagevorbereitungen vonseiten der Ukraine.

Belarus ist der engste Verbündete von Russland. Der Machthaber Alexander Lukaschenko ist wirtschaftlich, finanziell, politisch und militärisch stark vom Kreml abhängig. Obwohl Minsk offiziell nicht am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt ist, nutzten russische Truppen zu Kriegsbeginn auch belarussisches Territorium für ihren Vorstoß auf die Ukraine.

Deutsche Rüstungsexporte steigen wegen Ukrainekrieg

Nach einem Rekord bei Rüstungsexporten im letzten Jahr sind die Ausfuhrgenehmigungen im ersten Halbjahr 2024 aufgrund weiter zunehmender Waffenlieferungen in die Ukraine erneut deutlich gestiegen. Vom 1. Januar bis zum 18. Juni genehmigte die Bundesregierung die Ausfuhr von militärischen Gütern im Wert von mindestens 7,48 Milliarden Euro ins Ausland. Im Vergleich zum gesamten ersten Halbjahr 2023 entspricht dies einem Anstieg von über 30 Prozent.

Fast zwei Drittel der Exporte (65 Prozent oder 4,88 Milliarden Euro) sind für die Ukraine bestimmt, die von Deutschland in ihrem Abwehrkampf gegen Russland unterstützt wird. Dies ergibt sich aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

dpa