US-Firmen positionieren sich zunehmend in Kuba, während internationale Unternehmen aufgrund strenger Sanktionen zurückgedrängt werden. Tausende Schiffscontainer mit Hilfsgütern stecken fest, und die UN warnen vor einer humanitären Krise.
Kuba-Krise: Tausende Container stranden durch US-Politik und geopolitische Verhandlungen

Wegen der anhaltenden Blockade Kubas sind tausende Schiffscontainer mit dringend benötigten Hilfsgütern und Waren in der Karibik gestrandet. US-Firmen nutzen die Gelegenheit, um verdrängte internationale Unternehmen zu ersetzen, während die Vereinten Nationen eindringlich vor einer humanitären Krise warnen, die als “stilles Gaza” bezeichnet wird.
US-Politik zielt auf Regimewechsel ab
US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio verfolgen das Ziel, die kubanische Regierung zum Rücktritt zu bewegen. Trump äußerte sich optimistisch über den bevorstehenden Zusammenbruch des Landes: “Es wird einfach zusammenbrechen”, sagte er und zeigte sich überzeugt von seinem Kurs. Die US-Regierung hat kürzlich eine Ölblockade gegen Havanna verhängt, die zusammen mit den seit Jahrzehnten bestehenden Sanktionen die wirtschaftliche Lage des Landes weiter verschärft.
Internationale Unternehmen haben sich aus Kuba zurückgezogen oder wurden verdrängt. So gaben beispielsweise spanische und kanadische Hotelbetreiber aufgrund mangelnder Touristen auf, während Fluggesellschaften ihre Verbindungen einstellten. Medienberichten zufolge wird hinter den Kulissen darüber verhandelt, welche US-Unternehmen nach einem möglichen Fall der Regierung die Rohstoffe ausbeuten dürfen.
UN warnen vor humanitärer Krise
Am Donnerstag verhängte Rubio weitere Sanktionen gegen Kuba, insbesondere gegen das Militär und staatliche Einrichtungen, die an der Nickelproduktion beteiligt sind. Das kanadische Unternehmen Sherritt International, ein wichtiger Partner Havannas, hatte bereits im Mai seine Nickel- und Kobaltförderung aufgrund der Sanktionen gestoppt. Diese Unternehmen haben dem kubanischen Staat Devisen verschafft, die für notwendige Importe verwendet wurden.
Die Bevölkerung leidet unter der größten Versorgungskrise seit der Revolution 1959. Treibstoff-, Strom- und Lebensmittelknappheit zwingen die Kubaner dazu, kreative Lösungen zu finden. Berichte zeigen, wie Bürger E-Rikschas anstelle von Benzinautos nutzen und Solarmodule sowie Batterien einsetzen, um ihren Alltag zu bewältigen. UN-Menschenrechtsexperten warnen jedoch, dass die US-Maßnahmen der Bevölkerung die Mittel zum Überleben entziehen.
Wirtschaftliche Auswirkungen der Sanktionen
Wegen der Sanktionen sind tausende Schiffscontainer mit Lebensmitteln, Arzneimitteln, medizinischen Gütern und humanitären Hilfsgütern in der Karibik gestrandet. Unternehmen, die Geschäfte mit kubanischen staatlichen Stellen machen, riskieren den Verlust ihres Zugangs zum US-Markt. Die deutschen Reedereien Hapag-Lloyd und die französische CMA CGM haben im Sommer ihre Lieferungen nach Kuba eingestellt, was die Situation weiter verschärft.
Die Trump-Administration hat das Ziel, die Kontrolle über die Rohstoffreserven Kubas zu erlangen. Das Bergbauunternehmen Sherritt hat eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um seine Beteiligung am Joint Venture Moa Nickel an Gillon Capital zu verkaufen, das von Ray Washburne geleitet wird, einem prominenten Republikaner und Unterstützer Trumps.
Trump Organization und mögliche Geschäfte
Die Trump Organization hat ebenfalls Interesse an Geschäften in Kuba gezeigt. Berichten zufolge sind mehrere Führungskräfte der Trump Organization nach Kuba gereist, um mögliche Geschäfte im Hotelbereich auszuloten. Mark Entwistle, Kanadas Botschafter in Kuba in den 1990er Jahren, erklärte, dass Sherritt nicht nur eine Mine betrieben habe, sondern auch kubanische Führungskräfte in modernen Unternehmensstrukturen geschult habe.
Die gegenwärtige Situation in Kuba bleibt angespannt, während die US-Regierung Druck auf das kommunistische Regime ausübt. Die humanitäre Krise könnte sich weiter verschärfen, wenn keine Lösungen gefunden werden.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: Gage Skidmore via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
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