Die Linke hat beim Bundesverfassungsgericht eine Organklage eingereicht, um das umstrittene Heizungsgesetz zu stoppen. Sie kritisiert die Eile des Verfahrens und fordert eine umfassende Folgenabschätzung, um den Klimaschutz nicht zu gefährden.
Linke setzt rechtliche Schritte gegen Heizungsgesetz: Organklage eingereicht

Die Bundestagsfraktion der Linken hat beim Bundesverfassungsgericht eine Organklage in einem beschleunigten Verfahren eingereicht, um das von Union und SPD vorangetriebene Heizungsgesetz zu stoppen. Die Klage basiert auf der Auffassung der Linken, dass das Verfahren zur Reform des bestehenden Gebäudeenergiegesetzes nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde.
Die vorgeschlagene Reform sieht vor, dass der Betrieb und die Neuinstallation von Öl- und Gasheizungen langfristig weiterhin erlaubt sind. Ab dem Jahr 2029 sollen neu installierte Heizungen zunehmend mit Biogas oder Bioöl betrieben werden. Um die Umweltbelastungen bestehender Heizungen zu reduzieren, werden Brennstoffhändler verpflichtet, biogene Stoffe beizumischen. Der Gesetzentwurf stieß in der ersten Lesung im Bundestag auf scharfe Kritik vonseiten der Opposition.
Die Linke kritisiert, dass die Parlamentsmehrheit von Union und SPD das Verfahren in einem zu schnellen Tempo vorantreibt, während wichtige Informationen über die Auswirkungen des Gesetzes fehlen. Die Verabschiedung des Gesetzes ist bereits für die Sitzungswoche vom 6. bis 10. Juli vor der Sommerpause geplant. Die Eile, mit der das Verfahren vorangetrieben wird, wird von der Linken als unzulässig eingestuft.
Klimaschutz und Gesetzesentwurf im Fokus
Die Linke argumentiert, dass die geplante Abschaffung der Regelung, die vorschreibt, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, einen Rückschritt für den Klimaschutz darstellt. Zusätzlich wird befürchtet, dass die zu erwartenden Emissionen die Handlungsspielräume zukünftiger Gesetzgeber erheblich einschränken. In der Gesetzesbegründung fehlen zudem genaue Einschätzungen zu den zusätzlichen Emissionen, während die Verfügbarkeit von Grüngasen als unklar bezeichnet wird.
Die Fraktion fordert die Regierung auf, alle relevanten Informationen bereitzustellen, um eine informierte Entscheidung der Abgeordneten zu ermöglichen. Diese Verantwortung sei bisher nicht ausreichend erfüllt worden, was durch zahlreiche Anfragen der Linken zum geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz belegt wird.
Politische Verantwortung und rechtliche Schritte
Durch die Organklage im beschleunigten Verfahren möchte die Linke die zweite und dritte Lesung im Bundestag verhindern. Andernfalls würden die Beteiligungsrechte der Abgeordneten ihrer Meinung nach endgültig untergraben. Eine Verzögerung des Verfahrens wäre aus Sicht der Linken gerechtfertigt.
Violetta Bock, die Sprecherin der Linken-Fraktion für Klimagerechtigkeit, äußerte sich kritisch zu den Plänen der Bundesregierung. Sie erklärte, dass mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz der Klimaschutz hinter den Interessen der fossilen Gaswirtschaft zurückgestellt werde. Anstatt die Bedürfnisse der Menschen in ihren eigenen vier Wänden zu priorisieren, würden die Interessen der fossilen Gaswirtschaft bedient. Die Folgekosten der steigenden Emissionen und der Einsatz von fragwürdigen Grüngasen würden künftige Generationen belasten.
Bock forderte die Regierung auf, diesen „klimapolitischen Totalausfall“ unverzüglich zurückzuziehen und einen verfassungsgemäßen Gesetzentwurf mit einer umfassenden Folgenabschätzung vorzulegen. Sie betonte, dass das Vorenthalten von Entscheidungsgrundlagen nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen gefährde.
Quellen: n-tv, stern








