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Linkskandidatin fordert sofortige Ernennung zur Premierministerin in Frankreich

Lucie Castets spricht sich klar für linke Regierung aus und sieht Koalition mit Präsidentenlager als unmöglich an.

Linken-Kandidatin Castets will keine Koalition mit Macrons Lager.
Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

Während Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron frühestens nach Olympia einen neuen Regierungschef bestimmen will, fordert die Kandidatin des linken Lagers ihre sofortige Ernennung. «Ich bin bereit, wir sind bereit. Ich fordere den Präsidenten auf, mich zur Premierministerin zu ernennen», sagte Lucie Castets im Sender France Inter.

Die Beamtin des gehobenen Dienstes, die bisher im politischen Frankreich nicht aufgefallen ist, sprach sich klar für eine linke Regierung aus. «Eine Sache ist eindeutig: Eine Koalition mit dem Präsidentenlager ist aufgrund unserer tiefen Meinungsverschiedenheiten unmöglich.» Sie glaube auch nicht, dass dies dem Willen der Wählerinnen und Wähler entspräche, die das Linksbündnis Nouveau Front Populaire zur stärksten Kraft gemacht hätten.

Das Bündnis aus Sozialisten, Grünen, Kommunisten und der Linkspartei La France Insoumise hat überraschend die vorgezogene Parlamentswahl in Frankreich gewonnen. Macrons Mitte-Lager landete auf dem zweiten Platz, während das rechtsnationale Rassemblement National um Marine Le Pen nur auf dem dritten Platz landete. Kein Lager hat eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.

Kurz nachdem das linke Lager Castets als potenzielle Premierministerin vorgeschlagen hatte, erklärte Macron am Dienstagabend, dass er frühestens Mitte August, nach den Olympischen Spielen, einen neuen Premierminister ernennen wolle.

Der Staatschef mahnte, es gehe nicht um einen bestimmten Namen. «Die Frage ist, welche Mehrheit kann sich in der Nationalversammlung entwickeln, damit eine französische Regierung Reformen durchbringen, einen Haushalt verabschieden und das Land voranbringen kann?» Macron forderte erneut, die politischen Formationen sollten über die Grenzen der politischen Lager hinweg Wege der Zusammenarbeit und Kompromisse finden.

Premierminister Gabriel Attal hat nach der Wahlschlappe des Mitte-Lagers seinen Rücktritt eingereicht, den Macron vergangene Woche akzeptierte. Attal und die Regierung sind jetzt geschäftsführend im Amt.

dpa