Hans-Georg Maaßen hat offiziell seinen Austritt aus der CDU erklärt und wirft der Partei einen Verrat an den klassischen Werten vor.
Verfassungsschutzpräsident Maaßen verlässt CDU

Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen ist nicht mehr Mitglied der CDU. Eine Parteisprecherin bestätigte am Samstag in Berlin, dass Maaßens Austrittsschreiben in der Parteizentrale eingegangen sei. «Wir bestätigen, dass Herr Dr. Maaßen nicht länger Mitglied der CDU Deutschlands ist.»
Maaßen, gegen den ein CDU-Ausschlussverfahren lief, hatte kürzlich gemeinsam mit der erzkonservativen Werteunion die Vorbereitungen für die Gründung einer eigenen Partei getroffen. Die CDU betonte, dass eine Mitgliedschaft in beiden Parteien nicht möglich sei.
Vorwürfe gegen Merz
Maaßen verbreitete sein auf den 25. Januar datiertes Austrittsschreiben an CDU-Parteichef Friedrich Merz am Samstag auf der Plattform X (vormals Twitter). Darin warf er der CDU «einen Verrat an den klassischen Werten» vor. Die CDU sei «eine Variante der sozialistischen Parteien und keine Alternative dazu».
Die heutige CDU, die von der früheren Vorsitzenden Angela Merkel geprägt sei, vertrete Positionen, die unvereinbar mit einem freiheitlichen und christlichen Menschenbild seien, schrieb Maaßen weiter. Die heutige CDU sei hauptverantwortlich für die «Migrationskatastrophe», für die «unverantwortliche Energiewende», die Abhängigmachung von Russland, eine «desaströse» Bildungs-, Familien- und Wirtschaftspolitik sowie die «Erosion von Rechtsstaat und Demokratie, für Brandmauern, für die Ausgrenzung und die politische Benachteiligung Andersdenkender».
Merz sei zum Vorsitzenden gewählt worden, um eine Politikwende in der CDU und in Deutschland durchzusetzen – er setze aber den «Kurs der Merkel-Union in Richtung Neosozialismus» fort, meinte Maaßen. Deutschland sei tief gespalten, der Graben werde täglich größer. «Die CDU trägt mit ihrer Brandmauer- und Ausgrenzungspolitik maßgebend dazu bei.»








