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Maaßen will Werteunion in den Thüringer Landtag bringen

Schwacher Umfragewert, große Ambitionen: Die Werteunion will in den Thüringer Landtag und Ex-Verfassungsschutzchef Hans Georg Maaßen kann sich sogar das Ministerpräsidentenamt vorstellen.

Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen möchte mit der Werteunion in den Landtag in Thüringen einziehen.
Foto: Michael Reichel/dpa

Die konservative Werteunion setzt trotz bisher schwacher Umfragewerte in Thüringen hoch an – mit Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen als Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt. „Er stehe dafür zur Verfügung“, sagte Maaßen bei der Gründung des Thüringer Landesverbandes in Bad Berka bei Weimar.

Nach Angaben von Maaßen ist es der bundesweit erste Landesverband, der in Sachsen folgen soll. Der 61-Jährige plant jedoch nicht, in den Landtag in Erfurt zu gehen – der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Weiler (58) wurde mit 33 von 34 abgegebenen Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Thüringer Landtagswahl am 1. September gewählt.

Insa-Umfrage: Werteunion bei einem Prozent

Er wolle mit Weiler im «Doppelpack» antreten und die Werteunion ins Thüringer Parlament bringen, sagte Maaßen. Die Werteunion gilt als Partei rechts von der CDU. Das personelle Konstrukt mit einem Ministerpräsidentenkandidaten, der nicht für den Landtag kandidiert, ist rechtlich möglich, aber ungewöhnlich – auch angesichts eines ersten Umfragewertes. In einer Insa-Umfrage im März hatte die Werteunion in Thüringen nur bei einem Prozent gelegen; in einer von ihr in Auftrag gegebenen Potenzialanalyse bei 5 bis 15 Prozent. 

„Maaßen ist der Vorsitzende der Werteunion, die Mitte Februar gegründet wurde und ehemalige CDU-Mitglieder umfasst. Die Werteunion ist nach der Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) die zweite prominente Parteineugründung in diesem Jahr.“

Er verstehe sich als bürgerliche Alternative zu Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), sagte Maaßen. «Wir wollen nicht antreten, um Opposition zu sein.» Maaßen nennt Thüringen seinen Heimatverband, den er besonders unterstützen wolle – er habe seinen Hauptwohnsitz inzwischen in Südthüringen. Er ließ offen, ob er dort 2025 ein zweites Mal nach 2021 für den Bundestag antreten wolle.  

Nach Angaben von Weiler hat die Werteunion in Thüringen derzeit etwa 50 Mitglieder aufgenommen. Rund 200 weitere Aufnahmeanträge seien gestellt worden, auch von ehemaligen Mitgliedern der kürzlich aufgelösten Kleinstpartei Bürger für Thüringen. Die Anträge würden geprüft. Zudem gebe es eine 15-monatige Probezeit für neue Mitglieder, «damit wir keine radikalen Strömungen in der Partei haben».

dpa