Ein Marine-Offizier wird wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat suspendiert, nachdem er intern klassifizierte Informationen über Rüstungsprojekte an eine Lobbyistin weitergegeben haben soll. Das Verteidigungsministerium hat Ermittlungen eingeleitet und einen Beschlagnahmebeschluss für persönlich…
Marine-Offizier wegen möglicher Informationsweitergabe aus dienstlichen Gründen suspendiert

Im Verteidigungsministerium wurde ein schwerwiegender Fall von Geheimnisverrat aufgedeckt. Ein Fregattenkapitän steht im Verdacht, eine Liste mit über 150 geheimen Beschaffungsprojekten an eine Lobbyistin aus der Rüstungsindustrie weitergegeben zu haben. Das Ministerium hat die Ermittlungen bestätigt.
Das Bundesverteidigungsministerium hat einen Offizier aufgrund des Verdachts der unbefugten Weitergabe sensibler Informationen über langfristige Rüstungsprojekte suspendiert. Nach Angaben des Ministeriums wurden „unverzüglich interne Ermittlungen angestoßen“, nachdem im September 2025 Informationen aus einem vertraulichen Dokument an die Öffentlichkeit gelangten. Ein Angehöriger des Ministeriums wurde als Verdächtiger identifiziert, der mutmaßlich das betreffende Dokument weitergegeben hat.
Der „Spiegel“ berichtete zuerst über diesen Vorfall. Interne Ermittlungen haben den Verdacht erhärtet, dass der Fregattenkapitän, der im Verteidigungsministerium tätig war, eine als Verschlusssache eingestufte Liste mit über 150 geplanten Beschaffungsvorhaben an unbefugte Dritte weitergab. Der mutmaßliche Geheimnisverrat wird als schwerwiegend eingestuft. Berichten zufolge erwirkte das Ministerium durch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einen Beschlagnahmebeschluss, um das private Mobiltelefon und den Computer des Offiziers auf mögliche Beweise zu durchsuchen.
Die Liste wurde im Herbst 2025 von einem Nachrichtenportal veröffentlicht. Daraufhin begannen im Wehrressort sofort interne Ermittlungen, da nur eine sehr kleine Gruppe von Personen Zugriff auf das interne Dokument hatte. Diese Liste umfasst mehr als 150 Projekte, die im Zeitraum von Herbst 2025 bis Ende 2026 geplant sind. Familiengeschichte entschlüsseln und die damit verbundenen Daten könnten in Zukunft ähnliche Brisanz aufweisen.
Die Veröffentlichung sorgte in der Bundesregierung für erhebliche Aufregung, da damit langfristige Beschaffungspläne der Bundeswehr offengelegt wurden. Aufgrund der Brisanz des Falls entschied sich das Ministerium, die privaten Geräte des Fregattenkapitäns zu durchsuchen. Bei der Auswertung fanden die Ermittler Beweise, dass der Offizier die brisante Liste an eine Rüstungslobbyistin weitergegeben hatte. Derzeit werden die Ermittlungen sowohl von den Strafbehörden als auch disziplinarrechtlich innerhalb des Ministeriums fortgeführt. Aufgrund der laufenden Ermittlungen werden keine weiteren Details zu dem Fall bekannt gegeben.
Das Verteidigungsministerium erklärte: „Wir gehen jedem Einzelfall, in dem interne, sicherheitsrelevante und eingestufte Informationen weitergegeben werden, konsequent nach.“ Bei der Weitergabe vertraulicher Informationen werde auch in Zukunft „zur Wahrung der militärischen Sicherheit der Bundeswehr und der Geheimhaltungsinteressen Deutschlands“ konsequent ermittelt und „Fehlverhalten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ geahndet. „Nachahmungstätern muss bewusst sein, dass die Weitergabe von vertraulichen Informationen nicht geduldet wird und harte Konsequenzen drohen.“








