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Medien: USA starten Abwurf von Hilfsgütern über Gazastreifen

Die Lage der Zivilbevölkerung in Gaza ist katastrophal. Es fehlt an allem. Auch die USA starten nun Hilfslieferungen aus der Luft.

Im Gazastreifen herrscht Hunger. Nun reagieren die Amerikaner.
Foto: Abed Rahim Khatib/dpa

Laut Medienberichten haben die USA damit begonnen, die Zivilbevölkerung im Gazastreifen aus der Luft mit Hilfsgütern zu versorgen. CNN und NBC berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, dass drei Transportflugzeuge des US-Militärs vom Typ C-130 insgesamt 66 Pakete mit etwa 38.000 Mahlzeiten über dem Krisengebiet abgeworfen haben. Offizielle Angaben lagen zunächst nicht vor. US-Präsident Joe Biden hatte am Freitag Luft-Hilfslieferungen angekündigt.

Der Demokrat hatte angesichts der humanitären Katastrophe in Gaza erklärt, dass die USA die Menschen in dem dicht besiedelten Küstengebiet aus der Luft mit Hilfsgütern versorgen und auch Lieferungen über den Seeweg erwägen wollten.

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, hatte am Freitag betont, es gebe nur wenige Militäroperationen, die komplizierter seien als die Abwürfe humanitärer Hilfe aus der Luft. Es sei «extrem schwierig» einen Abwurf in einem so dicht besiedelten Gebiet wie dem Gazastreifen durchzuführen. Viele Menschen seien auf engem Raum zusammengepfercht. Man wolle so nah wie möglich an die Bedürftigen herankommen, aber nicht so, dass sie in Gefahr gerieten.

Not bleibt immens

Hilfslieferungen über dem Gazastreifen werden seit November von Jordanien und seit kurzem von Ägypten durchgeführt. Die Flüge sind mit Israel abgestimmt. Die abgeworfenen Lebensmittel oder Medikamente bringen eine gewisse Erleichterung, insbesondere in Gebieten wie dem nördlichen Gazastreifen, die auf dem Landweg schwer oder gar nicht erreichbar sind. UN-Organisationen betonen jedoch, dass die Mengen, die durch Abwürfe geliefert werden können, eher begrenzt sind.

Die Wirkung verpufft schnell bei der großen Anzahl von Menschen im Gazastreifen, die unter Not leiden, heißt es. Zudem ist in den betroffenen Gebieten in Gaza jegliche Ordnung infolge des Krieges zusammengebrochen. Junge Männer kämpfen oft um die abgeworfenen Pakete, um etwas für ihre Familien zu bekommen. UN-Mitarbeiter sind der Meinung, dass es einfacher wäre, wenn Israel einfach Lkw-Hilfslieferungen über Grenzübergänge im Norden des Gazastreifens zulassen würde.

Seit Wochen drängt die US-Regierung auf die katastrophale humanitäre Lage in Gaza und besteht auf einer Waffenruhe. Zusammen mit Ägypten und Katar vermittelt Washington zwischen der islamistischen Hamas und Israel, um eine Feuerpause im Gaza-Krieg zu erreichen. Das Ziel ist die Freilassung der Geiseln, die sich in den Händen der Hamas befinden, sowie die verbesserte Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen.

Netanjahu beschränkt humanitäre Hilfe

Die Vereinten Nationen warnten kürzlich im Weltsicherheitsrat vor dem drohenden Hungertod Tausender Zivilisten im Gazastreifen. Trotz laufender Verhandlungen über eine Waffenruhe treibt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Bodenoffensive im Gazastreifen voran und beschränkt die humanitäre Hilfe. Beim Eintreffen eines Hilfskonvois im Gazastreifen versuchten viele verzweifelte Menschen, sich mit Hilfsgütern zu versorgen. Dabei kam es zu Tumulten und Schüssen seitens israelischer Soldaten. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wurden über hundert Menschen getötet und mehr als 700 verletzt. Die genauen Umstände der Vorfälle sind noch nicht vollständig aufgeklärt.

Es wurde behauptet, dass israelische Soldaten gezielt in die Menge geschossen hätten, während das israelische Militär das Chaos und Gedränge für die Toten verantwortlich machte. Obwohl Schüsse abgefeuert wurden, gab es nur wenige Verletzte. Mehrere Länder, darunter die USA und Deutschland, forderten daraufhin eine Erklärung von Israel. Die Tragödie ereignete sich an dem Tag, an dem die Marke von 30.000 Toten seit Beginn der israelischen Militäroffensive überschritten wurde.

dpa