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Medwedew droht wieder mit Atomwaffen

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew erhöht nach Raketenangriffen auf die Ukraine den Einsatz und spielt mit der Möglichkeit eines atomaren Szenarios.

Bereits mehrfach mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht: Dmitri Medwedew.
Foto: Ekaterina Shtukina/Sputnik/AP/dpa

Nach den neuesten heftigen Raketenangriffen auf die Ukraine hat der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew erneut für Aufsehen gesorgt, indem er mit Atomwaffendrohungen um sich warf.

«Wie bekannt wurden dabei (bei den Angriffen) verschiedene Träger mit unterschiedlichen Ladungen benutzt, mit Ausnahme von atomaren. Noch!», sagte Medwedew auf einer Sitzung der russischen Militär- und Rüstungskommission. Die jüngsten Attacken, bei denen beispielsweise in Kiew mehr als 30 Zivilisten ums Leben kamen, bezeichnete Medwedew dabei als «resultative Schläge gegen Militärobjekte».

Auf Telegram legte der Vizechef im nationalen russischen Sicherheitsrat nach: Er warnte Kiew vor Versuchen, mit westlichen Raketen größerer Reichweite Raketenstartrampen auf russischem Gebiet zu beschießen. Dies sei «keine Selbstverteidigung, sondern eine direkte und offensichtliche Begründung für den Einsatz von Atomwaffen gegen ein solches Land», schrieb Medwedew.

Vorher hatte der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, erklärt, dass die Ukraine nicht über die Ressourcen verfügt, um die Tausenden von S-300-Raketen in Russlands Waffenarsenal abzufangen. Es wäre effektiver, die Abschussanlagen dieser Raketen mit Präzisionswaffen auszuschalten. Russland beschießt die Ukraine regelmäßig mit S-300.

Medwedew, der Hardliner und Scharfmacher

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wird Medwedew als jemand angesehen, der eine harte Linie verfolgt und provoziert. Er hat bereits mehrmals mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Es gibt jedoch keine konkreten Anzeichen dafür, dass Russland derzeit tatsächlich solche Pläne hat.

Präsident Wladimir Putin hat vor über 22 Monaten den Befehl zur Invasion des Nachbarlandes gegeben. Trotz einiger Rückschläge hält Russland, einschließlich der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim, nach wie vor etwa ein Fünftel der Ukraine besetzt und befindet sich derzeit auf dem Weg zum Sieg.

Laut Expertenmeinung hat Russland in letzter Zeit auf dem Schlachtfeld die Initiative zurückerlangt. Dies liegt auch daran, dass die westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine stagnieren. Schätzungen zufolge verwendet Russland derzeit etwa fünfmal so viel Artilleriemunition wie die Ukraine. Moskau hat auch eine deutliche Überlegenheit bei der Anzahl der Raketen und Drohnen.

dpa