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Deutsche fordern strikteres Vorgehen an Grenzen

Mehrheit plädiert für direkte Zurückweisungen und Abschiebungen von Menschen ohne Bleiberecht, besonders ältere Befragte befürworten dies.

Von Montag an soll an allen deutschen Landgrenzen kontrolliert werden.
Foto: Peter Kneffel/dpa

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich unabhängig von europarechtlichen Vorgaben für ein schärferes Vorgehen an den deutschen Grenzen aus. Dies geht aus den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Dabei wird auch deutlich, dass ältere Menschen härtere Regeln im Umgang mit irregulärer Migration häufiger befürworten als jüngere Menschen.

Von den 2.126 Befragungsteilnehmern, die vom 6. bis 10. September befragt wurden, befürworteten 71 Prozent direkte Zurückweisungen an der Grenze. Diese gibt es bereits für visumpflichtige Ausländer, die kein Asylgesuch bei der Grenzüberquerung stellen, sowie für Personen mit Einreisesperre.

21 Prozent der Befragten waren gegen direkte Zurückweisungen an den deutschen Grenzen. Die Union verlangt, dass die Bundespolizei auch Personen abweist, die in Deutschland Asyl beantragen möchten, nachdem sie zuvor in einem anderen EU-Land waren.

Bei der Frage, ob sie Grenzkontrollen und gegebenenfalls auch Grenzschließungen als Maßnahme zur Begrenzung von Migration unterstützen, entschieden sie 45 Prozent der Befragten für die Antwortvariante «befürworte ich voll und ganz». Weitere 28 Prozent der Teilnehmer der Umfrage sahen dies eher positiv. Jeder Fünfte lehnt Grenzkontrollen und Grenzschließungen in diesem Kontext ab.

Fast jeder Ältere für mehr Abschiebungen

82 Prozent der Befragten unterstützen die Abschiebung von mehr Menschen, die kein Bleiberecht in Deutschland haben. Laut Umfrage sind 11 Prozent der Deutschen gegen verstärkte Abschiebungen, während 7 Prozent keine Meinung dazu äußerten.

Mehr als 95 Prozent der Menschen über 60 Jahren befürworteten mehr Abschiebungen von Personen ohne Aufenthaltsrecht. Bei den 18- bis 39-Jährigen waren es 68 Prozent. Es gab keinen Unterschied zwischen Ost und West in den Antworten auf diese Frage.

Zurückweisungen sind nur an der Grenze möglich, wo stationäre Kontrollen stattfinden. Seit Oktober letzten Jahres wurden laut Bundesinnenministerium über 30.000 Menschen zurückgewiesen. Mitte Oktober 2023 ordnete Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) solche festen Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz an. An der deutsch-österreichischen Landgrenze gibt es sie bereits seit September 2015. Ab diesem Montag sollen auch an den Landgrenzen zu Frankreich, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg Kontrollen durchgeführt werden.

dpa