In Kommunen hat die AfD in Ostdeutschland bereits Wahlen gewonnen. Kann sie 2024 auch auf Landesebene an die Macht kommen? Einer Umfrage zufolge halten viele Deutsche das für alles andere als abwegig.
Mehrheit rechnet 2024 mit einem AfD-Ministerpräsidenten

Die meisten Deutschen gehen davon aus, dass die AfD bei mindestens einer der drei Landtagswahlen in Ostdeutschland in diesem Jahr die absolute Mehrheit erreicht und somit auch den Ministerpräsidenten stellt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur halten 53 Prozent ein solches Szenario für wahrscheinlich, während nur 32 Prozent es für unwahrscheinlich halten. In Ostdeutschland rechnen sogar 58 Prozent damit, dass die AfD in einem der drei Länder an die Macht kommt und den Regierungschef stellt.
Im September werden in Sachsen, Thüringen und Brandenburg neue Landtage gewählt. In den Umfragen liegt die AfD in allen drei Ländern teilweise deutlich vorne. In Brandenburg ist derzeit Dietmar Woidke von der SPD der Ministerpräsident einer Koalition mit CDU und Grünen. In Sachsen ist Michael Kretschmer von der CDU Regierungschef, der zusammen mit Grünen und SPD regiert. In Thüringen führt Bodo Ramelow von der Linken eine Koalition mit SPD und Grünen an.
Alle anderen Parteien, die derzeit in den drei Landtagen vertreten sind, schließen eine Koalition mit der AfD aus. Die AfD könnte daher nur den Regierungschef stellen, wenn sie die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament bekommt.
42 Prozent glauben nicht, dass «Brandmauer» hält
Allerdings glauben 42 Prozent der Befragten nicht, dass die CDU/CSU ihr Versprechen halten wird, auf Landes- und Bundesebene nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten. Nur 36 Prozent sind der Meinung, dass diese sogenannte «Brandmauer» halten wird.
Auf lokaler Ebene hat die AfD bereits Verantwortung übernommen. Im letzten Jahr wurde erstmals ein AfD-Politiker zum hauptamtlichen Bürgermeister in Sachsen-Anhalt gewählt. Mitte Dezember gewann ein AfD-Kandidat die Oberbürgermeisterwahl in Pirna, Sachsen. Außerdem stellt die AfD seit etwa einem halben Jahr den Landrat im Landkreis Sonneberg in Südthüringen.
Europawahl: Mehrheit sieht AfD nicht als stärkste Partei
Am 9. Juni werden bereits in allen fünf ostdeutschen Bundesländern außer Berlin Kommunalwahlen abgehalten. Gleichzeitig findet die Europaparlamentswahl statt. Dies ist die erste landesweite Abstimmung seit der Bundestagswahl 2021 und somit ein Indikator für die Stimmung im Land.
Nur 28 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass die AfD dabei die stärkste Kraft wird, während 57 Prozent dies für unwahrscheinlich halten. 56 Prozent glauben am ehesten, dass die CDU/CSU bei dieser Wahl den ersten Platz belegen wird, 20 Prozent vertrauen der SPD und 11 Prozent den Grünen.
Bundestagswahl: Mehrheit sieht Union auf Platz eins
In Bezug auf die bevorstehende Bundestagswahl, die laut aktuellem Stand im Herbst 2025 stattfindet, bleibt das Bild ähnlich. Obwohl 27 Prozent der Meinung sind, dass die AfD die stärkste Partei wird, halten 56 Prozent dies für unrealistisch.
59 Prozent gehen davon aus, dass die CDU/CSU die Wahl gewinnen wird. Im Gegensatz dazu sind nur 16 Prozent der Meinung, dass die SPD mit Kanzler Olaf Scholz wieder die stärkste Partei wird. Lediglich 9 Prozent trauen den Grünen das zu.








