Acht Monate nach den Mordanschlägen von Duisburg ist ein bekennender IS-Anhänger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mann zeigte keinerlei Reue und Mitgefühl. Er wollte offenbar noch mehr Menschen töten.
Messerattacken von Duisburg: Höchststrafe für IS-Anhänger

Ein geständiger Islamist wurde vom Düsseldorfer Oberlandesgericht wegen Mordes und vierfachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt, acht Monate nach den mörderischen Messerattacken von Duisburg.
Das Gericht befand auch, dass seine Schuld besonders schwerwiegend ist, was bedeutet, dass eine Entlassung nach 15 Jahren Mindesthaftdauer praktisch unmöglich ist. Außerdem wurde die anschließende Sicherungsverwahrung verhängt.
Keine Reue und kein Mitgefühl
Laut einer Vertreterin der Bundesanwaltschaft habe der Syrer keinerlei Reue oder Mitgefühl gezeigt und weitere Straftaten angekündigt. Er habe der Losung der Terrorgruppe Islamischer Staat folgt, die das Ziel habe, die gesamte Welt zu einem Kriegsschauplatz zu machen.
Der Islamist, der seine Schuld zugab, hatte zunächst am 9. April nachts auf der Straße in Duisburg einen 35-jährigen Mann mit mindestens 28 Messerstichen getötet. Neun Tage später hatte er vier Besucher in einem Duisburger Fitnessstudio mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt.
«Ich wollte noch mehr Taten begehen»
«Ich wollte so viele Menschen wie möglich töten», hatte er gestanden und: «Ich wollte noch mehr Taten begehen, bis ich getötet werde, damit ich als Märtyrer sterbe.»
Die Gleichgültigkeit des Angeklagten sei für die Opfer und ihre Familien schockierend gewesen, hatten die Nebenklagevertreter gesagt. Der Verteidiger hatte keinen Antrag gestellt: «Mein Mandant hat nicht mit mir gesprochen. Am ersten Tag konnte ich ihn noch bremsen, aber dann hat er eine Einlassung abgegeben, die noch über den Inhalt der Anklage hinausging.»
Der 27-Jährige hatte am Montag erneut das Wort ergriffen: «Sie können richten, was und wie sie wollen. Das ist nur das Leben hier im Diesseits. Wir hoffen darauf, dass Gott uns ins Paradies bringt», hatte er gesagt. Auf die Urteilsverkündung am Dienstag zeigte er keine Reaktion.








