Russlands Verteidigungsministerium fordert Wagner-Söldner zur Beendigung ihres bewaffneten Aufstands auf.
Militärische Rebellion in Russland: Kampf um die Macht

In Russland liegen die Nerven blank. Die Lage wird von Stunde zu Stunde immer dramatischer. Während die russische Armee ihren Krieg in der Ukraine führt, stellt sich der mächtige Chef der Söldner-Armee Wagner gegen Putin. Der Kreml spricht von einem bewaffneten Aufstand.
„Während der blutige Krieg Russlands gegen die Ukraine weiterhin tobt, widersetzt sich Söldner-Anführer Jewgeni Prigoschin (62) entschieden der militärischen Führung Russlands.“
Am Freitag erhob Prigoschin die Behauptung, dass die russische Armee seine Truppe mit Raketen und Helikoptern auf persönlichen Befehl von Verteidigungsminister Sergej Schoigu (68) angegriffen habe. Als Reaktion darauf entschieden sich Prigoschin und seine Wagner-Söldner, auszurücken, um Russland zu „befreien“.
FSB fordert Söldner aufzugeben
Umgehend reagierte der Kreml und leitete Ermittlungen gegen Prigoschin wegen Aufrufs zum bewaffneten Widerstand ein. Der russische Geheimdienst FSB forderte die Söldner auf, Prigoschin nicht zu folgen, sondern festzunehmen. Der Kreml betonte, dass Staatschef Wladimir Putin (70) kontinuierlich über die Geschehnisse informiert werde.
Mehrere russische Generäle, die zuvor als Unterstützer Prigoschins galten, veröffentlichten Videobotschaften, in denen sie den Söldner-Anführer eindringlich aufforderten, den Vormarsch seiner Truppen zu stoppen und Blutvergießen zu vermeiden.
Trotz dieser Appelle ignorierte Prigoschin die Rufe. Er schwor, auf die Angriffe zu „antworten“ und die russische Militärführung zu „stoppen“. Er forderte die russische Bevölkerung auf, keinen „Widerstand“ gegen seine Truppen zu leisten. Dabei warnte er: „Wir werden jeden Widerstand als Bedrohung betrachten und sofort eliminieren.“
Wagner Gruppe erobert Rostow
Prigoschin kann nun erste Erfolge verzeichnen. Am Samstag rückte die Söldner-Truppe mit einer Vielzahl von Panzern und Tausenden von Soldaten in die südrussische Großstadt Rostow am Don (1,1 Millionen Einwohner) ein und erklärte, die vollständige Kontrolle über die Region übernommen zu haben.
Besonders bedeutsam ist, dass Prigoschin in Rostow verkündete, seine Truppe kontrolliere die gesamte Region, in der etwa sechs Millionen Menschen leben, und habe die Kontrolle über Militäreinrichtungen sowie eine Luftwaffenbasis übernommen. Dies schließt offensichtlich das Hauptquartier des südlichen Militärdistrikts Russlands mit ein.
Nach Aussage des Anführers von „Wagner“ haben sich auch viele Angehörige des russischen Militärs seinem Aufstand angeschlossen. Zudem verkündete Prigoschin, dass der stellvertretende Verteidigungsminister des Landes aufseiten der Rebellen stehe.
Schwere Kämpfe zwischen Söldnern und Armee
In der nördlicher gelegenen Region Woronesch sollen heftige Kämpfe zwischen den Söldnern, den regulären Truppen und Anhängern des Putin-Regimes ausgebrochen sein. Auf Bildern sind ausgebrannte Militärfahrzeuge und ein abgeschossener Militärhubschrauber zu sehen, was die Intensität der Auseinandersetzungen verdeutlicht.
Auch in Moskau wurden am Morgen Schützenpanzer gesichtet, die anscheinend loyal zu Diktator Wladimir Putin stehen. In Sankt Petersburg hat die Polizei das Hauptquartier der Wagner-Söldner besetzt. Bisher scheint die Kontrolle der Putschisten auf die Grenzgebiete im Südwesten Russlands beschränkt zu sein.
Es bleibt unklar, welche Auswirkungen der Aufstand auf den Krieg gegen die Ukraine haben wird. Militärkorrespondenten in Russland befürchten, dass die internen Auseinandersetzungen zu einem Zusammenbruch der russischen Front führen könnten.








