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Mitgliederschwund bei FDP und SDP beschleunigt sich

Dass es nach unten geht, kennen SPD und FDP von den Umfragen her. Bei den Mitgliederzahlen schaut es nicht besser aus. Die FDP verlor am Dienstag ein frustriertes prominentes Mitglied aus Ostdeutschland.

Die FDP musste bundesweit schon 2022 ein Minus bei den Mitgliedern hinnehmen.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Umfragewerte sind seit Monaten niedrig – und auch bei der Entwicklung der Mitgliederzahl scheint die Ampel-Koalition aus SPD und FDP keine Verbesserung zu erfahren. Der Verlust an Mitgliedern in beiden Parteien nimmt zu.

Laut einem Parteisprecher der Deutschen Presse-Agentur gehörten der Partei von Kanzler Olaf Scholz zum 31. Dezember 2023 365.190 Mitglieder an, was einem Rückgang von 14.671 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der «Tagesspiegel» hatte zuvor darüber berichtet. Die FDP verzeichnete zum Jahreswechsel noch 71.820 Mitglieder, was einem Rückgang von 4280 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zahlen der Grünen liegen noch nicht vor.

Die Entwicklung

Der Rückgang bei der SPD betrug 3,9 Prozent. Im Jahr 2022 hatte sie 13.866 Mitglieder verloren, während es im Jahr 2021 10.578 waren. Der Wahlsieg von 2021 konnte den Mitgliederschwund bei der SPD weder stoppen noch bremsen. Tatsächlich hat die SPD in den ersten beiden Regierungsjahren der Ampel-Koalition 2022 und 2023 insgesamt mehr als 28.000 Mitglieder verloren. Zum Vergleich: In den vier Jahren zwischen 2018 und 2021, als die SPD Juniorpartner in einer Koalition mit CDU und CSU war, sank die Mitgliederzahl um knapp 50.000.

In den 1970er Jahren hatte die SPD vorübergehend über eine Million Mitglieder. Seit den 90er Jahren geht ihre Mitgliederzahl kontinuierlich zurück. Dennoch war die SPD im Jahr 2022 immer noch die Partei mit den meisten Mitgliedern in Deutschland vor der ebenfalls schrumpfenden CDU mit 371.986 Mitgliedern. Für das Jahr 2023 haben die Christdemokraten noch keine Zahl veröffentlicht.

Die FDP hatte auch schon im Jahr 2022 Mitglieder verloren, aber dieses Minus war mit etwa 900 noch ziemlich gering. Zuvor hatten die Liberalen mehrere Jahre lang einen Zuwachs an Mitgliedern erlebt. Eine Sprecherin der Partei wies am Dienstag darauf hin, dass die Mitgliederzahl in den letzten sechs Jahren trotz der aktuellen rückläufigen Zahlen um mehr als 7800 gestiegen sei.

Rücktritt bei der FDP

Des Weiteren teilte Holger Zastrow, der von 1999 bis 2019 FDP-Landeschef in Sachsen war, seinen Austritt aus der Partei mit. Er erklärte dies auf der Plattform X (ehemals Twitter) mit seiner Unfähigkeit, den Kurs der Bundespartei und Bundestagsfraktion weiterhin zu unterstützen und zu rechtfertigen. Der 55-Jährige war zeitweise auch stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender.

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den letzten beiden Jahren entspricht den Umfragewerten der Parteien. Die SPD liegt jetzt nur noch zwischen 13 und 17 Prozent. Bei der Wahl 2021 erhielt die SPD noch 25,7 Prozent der Wählerstimmen. Die FDP liegt in den Umfragen bei 4 bis 6 Prozent – nach einem Ergebnis von 11,5 Prozent bei der Bundestagswahl 2021.

Der Sprecher der SPD betonte, dass die Anzahl der Parteieintritte im letzten Jahr um 5 Prozent auf 9584 gestiegen sei. Der Anteil der Frauen sei erneut auf 33,56 angestiegen.

SPD und FDP schrumpfen in Bezug auf Umfragen und Mitgliederzahlen, während die AfD in beiden Bereichen zulegt. Laut Angaben Anfang Januar hatte die AfD zum Jahreswechsel 40.131 Mitglieder – dies entspricht einem Anstieg von rund 37 Prozent im Vergleich zum Ende des Jahres 2022, als sie 29.296 Mitglieder hatte.

dpa