Bei der Wahl im vergangenen März wollte Kriegsgegnerin Dunzowa Kremlchef Putin herausfordern – doch man ließ sie nicht. Nun hat die russische Justiz sie als «ausländische Agentin» gebrandmarkt.
Moskau listet Dunzowa als «ausländische Agentin»

Mehr als zwei Monate nach der von Betrugsvorwürfen geprägten Präsidentenwahl ist in Russland die oppositionelle Bewerberin Jekaterina Dunzowa von den Behörden als vermeintliche «ausländische Agentin» gebrandmarkt worden.
Der Name der 41-Jährigen erschien in einem entsprechenden Register des russischen Justizministeriums, in dem mittlerweile viele Kremlgegner verzeichnet sind. Neben Dunzowa wurden auch weitere Personen und Organisationen neu in das Register aufgenommen – darunter die Aktivistin Maria Andrejewa, die sich für die Rückkehr mobilisierter Männer aus dem Kriegsgebiet einsetzt, sowie mehrere kritische Medien.
Die Einstufung als «ausländischer Agent» geht für die Betroffenen oft mit großen beruflichen Nachteilen bis hin zu Risiken für ihre Sicherheit einher. Insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gilt das Verfahren als Mittel politischer Repression, um im eigenen Land Kritiker mundtot zu machen.
Die ehemalige Journalistin und Kriegsgegnerin Dunzowa plante, bei der Präsidentenwahl am 17. März gegen den Langzeitmachthaber Wladimir Putin anzutreten. Die russische Wahlkommission warf sie jedoch wegen angeblicher Formfehler in ihren Unterstützerunterschriften vorzeitig aus dem Rennen. Ein ähnliches Schicksal ereilte kurz darauf auch den Oppositionellen Boris Nadeschdin, dem ebenfalls die offizielle Registrierung als Präsidentschaftskandidat verwehrt wurde. Viele Beobachter sind überzeugt, dass beide Opfer politischer Repression wurden.
Schlussendlich gab es bei der Abstimmung keinen einzigen echten Oppositionskandidaten, der Putin gegenüberstand. Putin ist bereits seit rund einem Vierteljahrhundert an der Macht in Russland. Nach der Wahl, die als eine der unfreiesten in der jüngeren russischen Geschichte galt, wurde Putin mit angeblich mehr als 87 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.








