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Neue Mittelstreckenrakete Oreschnik im Einsatz gegen Westukraine

Russland setzt Oreschnik-Rakete ein, Experten bezweifeln Glaubwürdigkeit, zweiter Angriff auf die Ukraine, potenzielle Gefahr für Europa.

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Russland hat zum zweiten Mal eine Oreschnik auf die Ukraine abgefeuert. (Archivbild)
Foto: -/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. «Die russischen Streitkräfte haben einen massiven Schlag mit boden- und seebasierten Hochpräzisionswaffen großer Reichweite gegen kritische Objekte auf dem Gebiet der Ukraine geführt, darunter auch mit dem Mittelstreckenkomplex Oreschnik und Drohnen», heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Laut dem Ministerium handelt es sich bei dem Einsatz um eine Vergeltungsaktion für die angebliche Attacke auf die Residenz des Kremlchefs Wladimir Putin im nordrussischen Waldai kurz vor dem Jahreswechsel. Der Kreml hatte damals von einem versuchten Terroranschlag gesprochen, auch US-Präsident Donald Trump hatte – von Putin per Telefon informiert – einen solchen Schlag kritisiert. Die Ukraine hat jedoch bestritten, überhaupt einen Angriff auf die Residenz gestartet zu haben. Experten zweifeln an der Glaubwürdigkeit der von Russland vorgelegten Informationen.

Moskau hat immer das Recht beansprucht, resonante Angriffe gegen eigene Objekte mit schweren Attacken auf die Ukraine zu beantworten.

Zweite Attacke mit Atomwaffenfähiger Oreschnik-Rakete

Der Angriff von Oreschnik auf die Westukraine ist bereits der zweite Einsatz einer Rakete dieses Typs in der Ukraine. Im November 2024 wurde die Großstadt Dnipro im Südosten des Landes angegriffen. Putin rechtfertigte den Einsatz damals als Vergeltung für den Einsatz weitreichender westlicher Raketen durch Kiew gegen Militärobjekte im russischen Hinterland.

Bei ihrem ersten Einsatz hatte die Oreschnik keine Gefechtssprengköpfe. Die Schäden entstanden allein durch die hohe Geschwindigkeit der Rakete selbst. Zu dieser Zeit befand sich die Oreschnik noch in der Testphase. Sie ist die neueste russische Waffenentwicklung und hat die Fähigkeit, sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe zu tragen. Mit ihrer extrem hohen Geschwindigkeit von bis zu 12.000 km/h und einer Reichweite von bis zu 5.000 Kilometern stellt sie eine potenzielle Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent dar.

Russland: Drohnenproduktionen und Energieanlagen getroffen

Dieses Mal hingegen war die Rakete mit konventionellen Sprengköpfen geladen. Nach Angaben des Militärs war der Einsatz jetzt erfolgreich. Das Ziel des Schlags sei erreicht worden. «Es wurden Objekte zur Produktion von Drohnen getroffen, die bei der terroristischen Attacke (auf die Präsidentenresidenz) eingesetzt wurden, und Energieinfrastruktur, die die Arbeit des Rüstungskomplexes der Ukraine ermöglicht», heißt es. Moskau werde auch künftig auf Terrorangriffe antworten, drohte das Militär weitere mögliche Schläge mit Oreschnik an.

Seit Kriegsbeginn hat Russland systematisch Anlagen der Energieversorgung der Ukraine beschossen. Die Infrastruktur des Landes ist mittlerweile so geschwächt, dass die Bevölkerung oft viele Stunden am Tag in Dunkelheit und Kälte aushalten muss. Der aktuelle Temperatursturz in vielen Regionen der Ukraine verschärft die Situation noch weiter.

dpa