Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Moskau-Terrorverdächtige sollen unter Drogen gestanden haben

Der Terroranschlag auf die Crocus City Hall bei Moskau erschüttert weiter das Land. Nun gibt es Neues zu den Verdächtigen. Und der Kreml erklärt, warum Präsident Putin dem Tatort fernbleibt.

Das abgebrannte Veranstaltungszentrum Crocus City Hall nach dem terroristischen Anschlag.
Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Die nach dem Terroranschlag auf die Veranstaltungshalle Crocus City Hall bei Moskau gefassten vier Hauptverdächtigen sollen nach einem Bericht der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass unter Drogeneinfluss gestanden haben. «Welche Drogen oder Psychopharmaka sie konsumiert haben, wird die Expertise feststellen», meldete Tass am Donnerstag unter Berufung auf Ermittler. Demnach könnten die mutmaßlichen Täter nicht nur an dem Tag selbst unter dem Einfluss von Mitteln gestanden haben, sondern schon vorher. Bekannt hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu dem Anschlag mit mehr als 140 Toten.

Das Ermittlungskomitee teilte ebenfalls mit, dass bei den Verdächtigen technische Geräte beschlagnahmt wurden. Es wird angenommen, dass eine Analyse der Verbindungsdaten zeigt, dass die Männer Kontakt zu ukrainischen Nationalisten hatten und Zahlungen erhielten. Die Ukraine bestreitet energisch, etwas mit dem Anschlag zu tun zu haben.

Nach dem Terrorangriff vom vergangenen Freitag wurden zuletzt 143 Tote und 360 Verletzte gemeldet. Am Samstag gab es erste Festnahmen seitens der Behörden. Am Donnerstag wurde eine weitere Festnahme vom Ermittlungskomitee gemeldet. Die vier mutmaßlichen Schützen, die Berichten zufolge gefoltert wurden, ließen laut Gericht die Frist für eine Berufung gegen die Haftbefehle verstreichen.

Putin war noch nicht am Tatort

An der Halle im Nordwesten Moskaus bringen die Menschen seit Tagen Blumen zum Gedenken an die Opfer. Auch fast eine Woche nach diesem schwersten Terroranschlag seit 20 Jahren hat Kremlchef Wladimir Putin den Tatort noch nicht besucht. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte auf eine Frage zu Putins Fernbleiben, dass der Präsident die Ermittlungen und Aufräumarbeiten nicht stören wolle.

Kritiker des Kreml werfen Putin vor, seelisch kalt und ängstlich zu sein, sich an einem solchen Ort öffentlich zu zeigen. Sie bemängeln, dass der Präsident trotz Versprechen, den Terror zu besiegen und für Sicherheit zu sorgen, nach fast 25 Jahren an der Macht versagt habe. Putin hat den Hinterbliebenen der Toten sein Beileid ausgesprochen; die Behörden haben finanzielle Hilfen für die Verletzten und Hinterbliebenen in Aussicht gestellt.

Putin bestätigte, dass Islamisten die Tat begangen haben. Er erwähnte jedoch eine ukrainische Spur, für die er keine Beweise vorlegte. Kremlsprecher Peskow betonte in einem Interview, dass die Drahtzieher noch nicht identifiziert wurden.

dpa