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Nach drei Monaten Krieg: Noch 136 Geiseln im Gazastreifen

Rund 250 Menschen wurden bei dem Terrorangriff der islamistischen Hamas vor drei Monaten verschleppt. 136 Geiseln sollen immer noch festgehalten werden – vermutlich sind nicht mehr alle davon am Leben.

Angehörige und Unterstützer von israelischen Geiseln fordern während einer Kundgebung in Tel Aviv ihre Freislassung.
Foto: Ariel Schalit/AP

Israel geht davon aus, dass zum Beginn des vierten Monats im Gaza-Krieg noch 136 Geiseln im Gazastreifen gefangen gehalten werden. Eine israelische Regierungssprecherin teilte mit, dass 25 von ihnen vermutlich nicht mehr am Leben sind. Zu den Geiseln zählen auch die Leichen zweier Soldaten, die während des letzten großen Gaza-Kriegs 2014 entführt wurden, sowie zwei weitere Israelis, die seitdem in dem Küstenstreifen festgehalten werden.

250 Menschen verschleppt

Der Gaza-Krieg vor drei Monaten begann durch einen Terrorangriff der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Palästinensergruppen. Laut israelischen Informationen wurden dabei über 1200 Menschen getötet. Neuesten Informationen zufolge wurden etwa 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt.

Israel antwortete mit umfangreichen Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Laut der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Beginn des Krieges im Gazastreifen mehr als 22.800 Menschen getötet und etwa 58.000 verletzt.

Laut der Sprecherin seien von den am 7. Oktober im Gazastreifen entführten Geiseln noch 113 Männer und 19 Frauen inhaftiert. Darunter seien zwei Kinder, die jünger als fünf Jahre alt sind. Es handele sich um 121 Israelis und elf Ausländer. Darunter seien acht Thailänder, ein Nepalese, ein Tansanier sowie ein französisch-mexikanischer Staatsbürger. Es sollen noch mehrere Deutsche unter den verbliebenen Geiseln sein.

Freilassung während Feuerpause

Im Zuge einer Vereinbarung zwischen der Regierung in Jerusalem und der Hamas wurden während einer einwöchigen Waffenruhe Ende November insgesamt 105 Geiseln freigelassen. Israel ließ im Gegenzug 240 palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen frei. In dieser Woche wurden 81 Israelis und 24 Ausländer freigelassen. Darunter befanden sich auch 14 Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft deutsch-israelisch.

Vorher hatte die Hamas bereits vier weibliche Geiseln ohne Gegenleistung freigelassen. Eine israelische Soldatin wurde von ihren Kameraden befreit. Außerdem konnte Israel während des Kriegs den Angaben zufolge die Leichen von acht Geiseln bergen, die von der Hamas getötet wurden. Eine Geisel wurde während eines israelischen Rettungsversuchs getötet. Drei weitere Geiseln wurden versehentlich von der israelischen Armee erschossen. Ein Israeli gilt nach dem Anschlag am 7. Oktober noch als vermisst.

Laut Militärberichten wurden seit dem Beginn der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen Ende Oktober 176 Soldaten und Soldatinnen getötet. Über tausend weitere wurden verletzt. Seit dem 7. Oktober wurden demnach 510 Soldaten und Soldatinnen getötet.

dpa