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Nach Festnahme von Klette: Ermittlungen weiter intensiv

Nach der Festnahme von Daniela Klette durchsuchen die Ermittler noch immer die Wohnung der Ex-RAF-Terroristin. Wie eng war der Kontakt zu ihren Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg?

Berliner Polizisten vor der Wohnung der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette.
Foto: Fabian Sommer/dpa

Die Ermittler setzen die Durchsuchung fort, nachdem die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette festgenommen wurde und Waffen in ihrer Wohnung gefunden wurden.

«Sehr intensiv und sehr behutsam» werde die Wohnung von Experten durchsucht, sagte ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden. «Wir gehen da nicht rein wie die Axt im Walde.» Damit erklärte er auch, warum die Ermittler in der Wohnung noch Sprengmittel, eine Panzerfaustgranate und Schusswaffen fanden – nachdem zunächst nur von Munition die Rede war. Auch packe man Waffen «nicht einfach in die Tasche».

«Keine konkrete Gefährdungslage»

Klette war am Montag in Berlin-Kreuzberg verhaftet worden. Nach ihren Komplizen, den Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg, wird intensiv gefahndet. Die beiden könnten sich auch in Berlin aufhalten, vermuten die Ermittler. Garweg und Staub stehen auf der «Europe’s Most Wanted-Liste», mit deren Hilfe europaweit nach Schwerstkriminellen und Terroristen gesucht wird, ganz oben. Trotz der Waffenfunde besteht für Berlin «keine konkrete Gefährdungslage», wie das Landeskriminalamt Niedersachsen am Donnerstagabend klargestellt hatte.

Es blieb unklar, ob Klette, Garweg und Staub bis zur Festnahme der 65-Jährigen zusammen waren. Es sei wahrscheinlich, dass alle ihr eigenes Leben führten und sich für Straftaten zusammengeschlossen hätten, sagte der Sprecher.

Weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung

Klette, Garweg und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Während ihrer aktiven Zeit wurden der damalige Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991) ermordet und Herrhausens Fahrer schwer verletzt. Klette soll unter anderem im Februar 1991 mit RAF-Mitgliedern mindestens 250 Schüsse auf die US-Botschaft in Bad Godesberg abgegeben haben. Die linksextremistische Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) war über Jahrzehnte hinweg das Symbol für Terror und Mord im Westen des noch geteilten Deutschlands.

Nach wie vor erreichten die Ermittler Hinweise aus der Bevölkerung, sagte der Sprecher. Es seien aber auch anonyme Hinweise oder Fake-Nachrichten darunter. «Das muss alles gefiltert werden.»

dpa