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USA und Großbritannien greifen proiranische Milizen im Nahen Osten an

Die USA und Großbritannien haben in der Nacht zum Sonntag erneut Stellungen der Huthi im Jemen attackiert, nachdem diese bei einem Drohnenangriff in Jordanien drei US-Soldaten getötet hatten. Der Weltsicherheitsrat soll sich mit den Vergeltungsschlägen beschäftigen.

Die von Verteidigungsministerium des Vereinigten Königreichs zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt Waffentechniker der Royal Air Force bei der Vorbereitung eines Kampfflugzeugs vom Typ Typhoon FGR4.
Foto: As1 Leah Jones/MoD Crown Copyright 2024/UK Ministry of Defence/dpa

Die USA gehen mit verstärktem Druck gegen proiranische Milizen im Nahen Osten vor, während der Gaza-Krieg im Hintergrund tobt. Gemeinsam mit den Streitkräften Großbritanniens hat die US-Luftwaffe in der Nacht zum Sonntag erneut Stellungen der Huthi im Jemen angegriffen. Das US-Verteidigungsministerium in Washington teilte mit, dass mit Unterstützung weiterer Länder 36 Ziele an 13 Orten attackiert wurden. Einen Tag zuvor hatten die Amerikaner umfangreiche Luftangriffe gegen Milizen im Irak und Syrien durchgeführt, die wie die Huthi mit dem Iran verbündet sind. Bei einem Drohnenangriff in Jordanien wurden dabei drei US-Soldaten getötet. Auf Betreiben Russlands soll sich der Weltsicherheitsrat am Montag mit den Vergeltungsschlägen befassen. Moskau wirft Washington vor, gezielt eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten herbeiführen zu wollen.

Huthi: Werden auf Eskalation mit Eskalation antworten

Die Milizen handeln aus Solidarität mit der islamistischen Hamas, die im Gazastreifen gegen die Armee des US-Verbündeten Israel kämpft. Seit Beginn des Gaza-Krieges vor fast vier Monaten nehmen die Huthi im Jemen immer wieder Handelsschiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer ins Visier. Das erklärte Ziel der USA und ihrer Verbündeten ist es, die militärischen Fähigkeiten der Huthi zu schwächen und so die für den Welthandel wichtige Schifffahrtsroute zu schützen. Laut dem britischen Verteidigungsminister Grant Shapps handelt es sich bei dem erneuten Angriff nicht um eine Eskalation. Vielmehr sollen unschuldige Leben geschützt und die Freiheit der Schifffahrt bewahrt werden.

Die Huthi wollen ihre Attacken im Roten Meer jedoch fortsetzen. Die Bombardements «werden unsere Position nicht ändern», sagte Mohammed al-Buchaiti, Mitglied des Politbüros der militanten Huthi-Bewegung. «Wir werden auf Eskalation mit Eskalation antworten». Unterdessen feuerten die US-Streitkräfte am Sonntagmorgen erneut auf eine Antischiffsrakete der Huthi. Sie sei im Jemen zum Abschuss auf Schiffe im Roten Meer vorbereitet worden und habe eine unmittelbare Gefahr auch für US-Marineschiffe in der Region dargestellt, teilte das US-Zentralkommando auf der Plattform X (früher Twitter) mit.

Druck auf Israels Regierungschef Netanjahu wächst 

In der Zwischenzeit haben Tausende von Menschen in Israel bei Demonstrationen den Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erhöht, mehr für die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen zu tun. Seit nunmehr 120 Tagen befinden sich noch über 130 Geiseln in der Gewalt der Hamas. Netanjahu wird beschuldigt, die Bemühungen um die Freilassung der Geiseln seinem eigenen politischen Überleben unterzuordnen. Netanjahu regiert zusammen mit ultra-rechten religiösen Parteien. Deren Führungsleute drohen damit, die Regierungskoalition zu sprengen, sollte Netanjahu Zugeständnisse an die Hamas machen.

Hamas will sich bald zu möglicher Feuerpause äußern

Ein von den Vermittlern USA, Ägypten und Katar kürzlich in Paris ausgehandelter Vorschlag, der die stufenweise Freilassung der Geiseln im Gegenzug für eine längere Feuerpause sowie für die Freilassung palästinensischer Strafgefangener vorsieht, soll von Israels Verhandlungsführern akzeptiert worden sein. Der Rahmenentwurf liegt nun der Hamas zur Annahme vor. Man diskutiere den Entwurf derzeit noch und werde die eigene Position dazu «bald» bekannt geben, sagte Osama Hamdan, ein Vertreter der im Exil lebenden politischen Hamas-Führung in Beirut der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Sonntag. Ohne eine Waffenruhe werde es keine Freilassung von Geiseln geben, fügte Hamdan hinzu. 

Am 7. Oktober hatten die Hamas und andere extremistische Gruppen den Süden Israels angegriffen, 1200 Menschen getötet und etwa 250 Geiseln entführt. Israel reagierte auf das schlimmste Massaker in seiner Geschichte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive im Gazastreifen. Im November wurden bei der bisher einzigen Feuerpause 105 Geiseln gegen 240 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen ausgetauscht. Derzeit werden noch 136 Geiseln in dem Küstengebiet am Mittelmeer festgehalten. Israel geht davon aus, dass knapp 30 von ihnen nicht mehr am Leben sind.

Was am Sonntag wichtig wird

Die Welt ist gespannt auf die schnelle Abfolge der Militäreinsätze der USA und ihrer Partner gegen proiranische Milizen. Gleichzeitig warten die USA und andere Vermittlerstaaten immer noch auf eine Stellungnahme der islamistischen Hamas zu dem neuesten Vorschlag für eine erneute Feuerpause und die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen. Währenddessen befindet sich Frankreichs Außenminister Stéphane Séjourné im Rahmen seiner Nahost-Reise in Jordanien.

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dpa