Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Nach russischem Angriff: Hochspannungsleitung zu AKW gekappt

Russland hat die Ukraine mit einem großflächigen Raketenangriff überzogen. Vom Ausfall des Stromnetzes ist auch das umkämpfte Atomkraftwerk Saporischschja betroffen. Wie gefährlich ist die Situation?

Ein russischer Soldat bewacht im Mai 2022 einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja: Derzeit kommt der Strom hier über eine Ersatzleitung.
Foto: -/AP/dpa

Während der seit Monaten schwersten russischen Raketenangriffe auf die ukrainische Energieversorgung wurde eine Stromleitung zum Atomkraftwerk Saporischschja unterbrochen. Die Hochspannungsleitung Dniprowskaja sei am Morgen ausgefallen, teilte die Kraftwerksleitung des vom russischen Militär besetzten Kraftwerks im Süden der Ukraine auf Telegram mit.

Es wurde betont, dass die Stromversorgung eine Backup-Leitung sicherstellt und keine Gefahr für die Sicherheit des AKW besteht. Darüber hinaus wurden in anderen Teilen der Ukraine mehrere Energieanlagen getroffen.

In der Nacht gab es in weiten Teilen der Ukraine Luftalarm. Gemäß der ukrainischen Flugabwehr wurden Marschflugkörper von strategischen Bombern des Typs Tu-95 abgeschossen, die aus dem Raum rund um das Kaspische Meer stammten. Später wurden auch Angriffe mit Drohnen und ballistischen Raketen, darunter vom Typ Kinschal, gemeldet. Praktisch alle Landesteile der Ukraine waren betroffen, von Lwiw im Westen bis nach Donezk im Osten, von Charkiw und Sumy im Norden bis nach Odessa und Mykolajiw im Süden.

Einschläge auf Energieobjekte gab es offiziellen Angaben nach unter anderem in Mykolajiw, Saporischschja, Dnipropetrowsk, Charkiw, Lwiw und Sumy. «Das Ziel (der Angriffe) besteht nicht nur darin, das Energiesystem des Landes zu beschädigen, sondern wie im letzten Jahr erneut zu versuchen, einen großflächigen Ausfall herbeizuführen», schrieb der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko auf Facebook. Er räumte mehrere Treffer und Stromausfall in verschiedenen Regionen ein. Auch die Stromversorgung des AKW Saporischschja sei von den Angriffen betroffen, schrieb er zudem.

Das größte Kernkraftwerk Europas wurde im März 2022 kurz nach Kriegsbeginn von russischen Truppen besetzt. Bis heute liegt es im Frontgebiet und ist mehrfach unter Beschuss geraten. Wegen der Sicherheitsbedenken wurden die Reaktoren schließlich heruntergefahren, müssen aber weiter gekühlt werden.

dpa