Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Staatsanwaltschaft durchsucht Wohnungen von Klima-Aktivisten

Acht Beschuldigte sollen Rollfeld lahmgelegt haben, DNA-Proben genommen. Einfluss linksextremer Akteure auf Klimaschutzgruppen Thema.

Zwei Wochen nach der Störaktion dursucht die Polizei unter anderem eine Wohnung in Leipzig.
Foto: Tobias Junghannß/dpa

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat aufgrund der Störaktion am Frankfurter Flughafen vor zwei Wochen Wohnungen von Mitgliedern der Klimagruppe Letzte Generation durchsucht und DNA-Proben entnommen. Die Wohnungen von acht Beschuldigten in Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden aufgrund des Verdachts der Nötigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs durchsucht, wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft mitteilte.

Acht Personen im Alter von 20 bis 44 Jahren sollen sich am 25. Juli um 4.45 Uhr Zutritt zum Rollfeld verschafft haben. Eine Person habe sich direkt an dem zerstörten Zaun, die sieben anderen an verschiedenen Stellen des Rollfelds festgeklebt haben. Sie wurden an diesem Tag festgenommen und später wieder freigelassen.

„Das Treffen mit dem Kunden wurde aufgrund unvorhergesehener Umstände abgesagt“, teilte der Manager mit.

https://x.com/AufstandLastGen/status/1821431708178161825

DNA-Proben zum Abgleich von Spuren

Insgesamt wurden der Klimagruppe zufolge Wohnungen «von friedlich Protestierenden» durchsucht. Die Polizei habe um 6.30 Uhr in der Früh die Räume «gestürmt». Mit der Klebeaktion auf den Landebahnen haben die Klima-Demonstranten den Betrieb am Airport für Stunden lahmgelegt. Die DNA-Proben dienen der Staatsanwaltschaft zufolge für einen Abgleich mit am Tatort sichergestellten Spuren. Nähere Angaben wollte die Ermittlungsbehörde wegen des laufenden Verfahrens nicht machen.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, «linksextremistische Akteure versuchen zunehmend, Einfluss auf Klimaschutzgruppen zu nehmen, sie für ihre verfassungsfeindlichen Ziele empfänglich zu machen und die eigenen Narrative, Deutungs- und Aktionsmuster in die verschiedenen Klimagruppen hineinzutragen». Gewaltorientierte Linksextremisten bemühten sich dabei, eine Eskalation der Klimaproteste bewusst zu fördern, etwa indem versucht werde, auch die Sabotage von Einrichtungen der kritischen Infrastruktur als vermeintlich legitime Aktionsform zu etablieren. 

Sicherheitsbehörden nennen Berlin als Schwerpunkt

Dem Bundesamt für Verfassungsschutz liegen zur Letzten Generation laut einem aktuellen Lagebild zwar weiterhin «keine hinreichend gewichtigen Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche Bestrebung» vor. Die Entwicklung der Gruppierung und ihrer Aktionsformen werde jedoch fortlaufend neu bewertet, heißt es darin weiter. Berlin sei das Bundesland mit der höchsten bekannten Zahl von Aktivisten der Letzten Generation (283), gefolgt von Baden-Württemberg (183), Bayern (122), Niedersachsen (117) und Nordrhein-Westfalen (106).

Laut dem Lagebericht beteiligt sich nicht nur ein großer Teil der 1.104 Menschen im Bundesgebiet, die von den Sicherheitsbehörden der Letzten Generation zugerechnet werden, lokal an Aktionen, sondern auch überregional.

dpa