Leisten nun NATO-Staaten der Ukraine direkte Unterstützung im Abwehrkampf gegen die Invasionsarmee Russlands?
Nato-Armeen bereiten Ukraine-Einsatz vor

Im Februar 2022 begann Russland seine großangelegte militärische Invasion der Ukraine, was zu einer erheblichen Eskalation des Konflikts führte und eine internationale Krise auslöste.
Der Konflikt hat die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen, insbesondere der NATO und der EU, verschärft und stellt eine der größten Herausforderungen für die europäische Sicherheit seit dem Kalten Krieg dar. Die internationale Gemeinschaft ist weiterhin bemüht, eine diplomatische Lösung zu finden, während humanitäre Organisationen versuchen, die Not der Zivilbevölkerung zu lindern. Doch nun könnte es zu einer weiteren Eskalationsstufe kommen.
Hilfe gegen Putins Streitmacht
Leisten einzelne NATO-Staaten der Ukraine nun doch direkte Unterstützung im Abwehrkampf gegen die russische Invasionsarmee? Laut Informationen der BILD gibt es in dieser Angelegenheit Bewegung in mehreren Ländern. Zwar ist noch nichts entschieden, aber es wird aktuell über das Training ukrainischer Soldaten durch NATO-Ausbilder auf ukrainischem Boden, die Verlegung von Logistikketten zur Waffen- und Munitionsversorgung in die Ukraine und den Schutz des westukrainischen Luftraums durch NATO-Luftverteidigung diskutiert. „Litauen ist bereit, Teil einer Koalition von Ländern zu werden, die von Frankreich oder einem anderen Land geführt werden könnte, um Training auf ukrainischem Territorium durchzuführen“, erklärte Gabrielius Landsbergis, Außenminister des kleinen NATO-Staates Litauen, am Freitag.
Ob Estland, Großbritannien, Polen, Kanada, Litauen oder Frankreich – in zahlreichen NATO-Ländern laufen Vorbereitungen für einen Einsatz in der Ukraine.
— Julian Röpcke🇺🇦 (@JulianRoepcke) May 27, 2024
➡️Doch noch gibt es kein grünes Licht aus den USA. Und ein Land mauert vor und hinter den Kulissen …https://t.co/OP91yiPyXP pic.twitter.com/FP3cZ0lErz
Er fügte hinzu: „Dies wäre keine Eskalation und keine Kampfmission. Aber es würde sicherstellen, dass das Training effektiver und näher an den Orten durchgeführt werden könnte, an denen die Truppen benötigt werden, und es würde die Logistik erleichtern.“
Militärfachmann Nico Lange von der Münchner Sicherheitskonferenz stimmte dem zu. Gegenüber der BILD erklärte Lange: „Man sollte die Überlegung nicht einfach abtun, ob man Hunderttausende Ukrainer zur Ausbildung nach Europa fliegt oder ob man stattdessen wenige Ausbilder in die Westukraine entsendet. Es ist sinnvoller und ökonomischer, Ausbilder in die Ukraine zu schicken.“
Auch hinsichtlich des Transports von Waffen und Munition an die Front gibt es laut BILD-Informationen Fortschritte. Mehrere NATO-Staaten, darunter Großbritannien, Kanada und Estland, sind bereit, zukünftige Hilfslieferungen nicht nur bis zur ukrainischen Grenze, sondern auch darüber hinaus zu transportieren.
Ein Konzept für die sogenannte „vorgelagerte Logistik“ wird derzeit in mehreren westlichen Ländern ausgearbeitet. Zudem wird die Frage der Luftverteidigung der Westukraine von NATO-Territorium aus diskutiert. Polen arbeitet laut zwei Quellen gegenüber der BILD an einer Koalition für eine „erweiterte Flugabwehr“ der westlichen Ukraine. Diese Koalition ist jedoch noch nicht finalisiert.
Die genaue Bedeutung der „erweiterten Flugabwehr“ erläuterte der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev am Freitag in einem Interview mit der BILD: „Wir fordern nicht, dass russische bemannte Flugzeuge jetzt abgefangen werden, sondern vielmehr diese tödlichen Metallstücke, Raketen und Drohnen. Diese können abgefangen werden. Dadurch würden Millionen von Menschen in der Nähe der NATO- und EU-Grenzen geschützt.“
Bundeskanzler Olaf Scholz gegen Vorschläge
Ein Problem bei allen Plänen der NATO-Staaten bezüglich der Ukraine besteht darin: Sie benötigen die Zustimmung der USA, die derzeit nicht gegeben ist.
Zusätzlich äußerte Bundeskanzler Olaf Scholz eine kritische Haltung gegenüber jeglicher direkter Unterstützung für die Ukraine und wies Pläne für eine gemeinsame Luftverteidigung der Ukraine kürzlich mit den Worten zurück: „Es gibt keine Vernunft darin und nichts, was irgendeinen Sinn macht.“
Osteuropäische Politiker befürchten daher, dass das deutsche Kanzleramt Druck auf das Weiße Haus ausübt, keiner der Vorschläge der Länder an der östlichen Grenze der NATO zur direkten Unterstützung der Ukraine zuzustimmen.








