Mehr als 90.000 Soldaten sowie Dutzende Schiffe und Kampfjets: Die Nato hat in den vergangenen Monaten intensiv für ein düsteres Szenario trainiert. Das Manöver sollte aber auch eine Botschaft sein.
Nato beendet größtes Manöver seit 80er Jahren

Die Nato beendet heute nach rund vier Monaten ihr größtes Manöver seit Jahrzehnten. Laut Angaben aus dem Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Europa waren an der Übung Steadfast Defender (etwa: «Standhafter Verteidiger») mehr als 90.000 Soldatinnen und Soldaten sowie mehr als 50 Kriegsschiffe und 1100 Gefechtsfahrzeuge beteiligt.
Mehr als 80 Flugzeuge wurden eingesetzt, um Hunderte Flüge durchzuführen. Besonders geübt wurde die Alarmierung und Verlegung von nationalen und multinationalen Landstreitkräften an die Nato-Ostflanke, vom Polarkreis bis in die rumänischen Karpaten.
Nach Angaben der dpa bestand das Szenario des Großmanövers aus einem russischen Angriff auf alliiertes Gebiet, was zur Ausrufung des Bündnisfalls gemäß Artikel 5 des Nato-Vertrags führte. Dieser besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als Angriff gegen alle angesehen wird.
Erstmals mit neuen regionalen Verteidigungsplänen geübt
Bei der Übung wurde erstmals nach Angaben der Nato mit neuen regionalen Verteidigungsplänen geübt. Diese hatten die Alliierten im vergangenen Jahr unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beschlossen.
Die größte Nato-Übung seit dem Ende des Kalten Krieges fand 2018 mit Schwerpunkt in Norwegen statt. Rund 51.000 Soldaten nahmen daran teil. Die letzten Nato-Manöver, die größer waren als die nun abgeschlossene Übung, fanden vor der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 statt.
Damals gab es unter anderem noch die Manöverreihe «Return of Forces to Germany» (Rückkehr von Streitkräften nach Deutschland). Für sie wurden 1988 rund 125.000 Soldaten mobilisiert.
Generalinspekteur der Bundeswehr zieht positive Bilanz
Die Bundeswehr nahm an Steadfast Defender teil, unter anderem mit einem Großmanöver namens Quadriga 2024. Dabei wurde die Verlegung von über 12.000 Soldatinnen und Soldaten aus ihren Heimatstandorten entlang der Nato-Ostflanke in mögliche Einsatzgebiete geübt.
Generalinspekteur Carsten Breuer hatte bereits Mitte der Woche zum Abschluss des Quadriga-Manövers in Litauen eine positive Bilanz gezogen. «Wir haben Kriegstüchtigkeit bewiesen», sagte er. Man habe gezeigt, dass sich die Alliierte verteidigen können.








