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Nato beginnt Großmanöver in Deutschland und verlegt Truppen

Es wird die größte Nato-Übung in diesem Jahr: Elf Nationen und rund 10.000 Soldaten beteiligen sich an der Operation «Steadfast Dart 26», die nun beginnt – zentraler Schauplatz ist die Bundesrepublik.

Erste Militärfahrzeuge sind in Emden angekommen.
Foto: Lars Penning/dpa

Es soll die umfangreichste und öffentlichkeitswirksame Nato-Übung des Jahres werden – und sich hauptsächlich in Deutschland abspielen. Für das Großmanöver «Steadfast Dart 26» hat das Militärbündnis damit begonnen, Tausende Soldatinnen und Soldaten sowie Material und Militärfahrzeuge aus ganz Europa in die Bundesrepublik zu verlegen. Deutschland ist in den kommenden Wochen Gastgebernation des Großmanövers und zugleich Drehscheibe für den Umschlag.

«Von heute an werden in Deutschland rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten ankommen», sagte der italienische General Nicola Mandolesi bei der Entladung eines ersten Frachtschiffes im Seehafen im ostfriesischen Emden. Am Morgen rollten Dutzende Militärlastwagen, Tankwagen und Jeeps einer italienischen Militäreinheit von Bord des Frachters «Severine» an den Emskai – insgesamt rund 2.200 Ausrüstungs- und Materialteile brachte das Schiff. 

Damit beginne der sichtbare Auftakt der Übung in Deutschland, teilte das operative Hauptquartier der Nato (JFC) im niederländischen Brunssum mit. Neben Schiffstransporten sollen weitere Teile der «Allied Reaction Force», einer schnellen Eingreiftruppe der Nato, auch mit Konvois über Land und Lufttransporten nach Deutschland kommen, sagte ein Nato-Sprecher. 

Wofür die Nato trainiert

Die Nato will mit dem Großmanöver Handlungsbereitschaft zeigen. Bei «Steadfast Dart 26» trainiert das Bündnis, Soldatinnen und Soldaten sowie Material und Fahrzeuge möglichst schnell und koordiniert innerhalb des Nato-Gebiets zu verlegen. So soll die Verteidigungsfähigkeit der Nato gegen Angriffe auf das Bündnisgebiet trainiert und demonstriert werden. 

«Mit dieser Übung demonstriert die Nato ihre Fähigkeit, sich schnell von Süden nach Norden und von Westen nach Osten zu bewegen, und zeigt, dass die Nato geeint, leistungsfähig und insgesamt bereit ist», sagte General Mandolesi. 

Es sei eine Herausforderung, so viele Truppen in kürzester Zeit über Ländergrenzen hinweg zu verlegen. Aber: Die Nato beweise deutlich, dass sie bereit sei, «jede Art von Mission» zu erfüllen, sagte Mandolesi. Der General dankte zudem Deutschland für die Koordination des Manövers. 

An der Übung beteiligen sich elf Nato-Mitgliedsländer, darunter Italien, Griechenland, Deutschland, Tschechien, Spanien, Litauen, Bulgarien, Türkei, Frankreich, Belgien und Großbritannien. Die USA nehmen nicht an der Übung teil. Es sind Streitkräfte des Heeres, der Luftwaffe und der Marine sowie Space- und Cyber-Einheiten beteiligt.

Das Militär bewegt eine große Menge an Material: Über 1.500 Militärfahrzeuge, einschließlich Kampfpanzer und Raketenwerfer, sowie mehr als 20 Flugzeuge und Kampfjets und 17 Marineeinheiten, darunter Landungsschiffe, Fregatten und U-Boote, sollen eingesetzt werden.

Wo noch geübt wird

Laut der Nato erstreckt sich das Großmanöver über mehrere Standorte in Mitteleuropa, wobei die Hauptbestandteile jedoch in Deutschland stattfinden sollen. Im Februar soll der niedersächsische Truppenübungsplatz in Bergen in der Lüneburger Heide ein zentraler Schauplatz sein – es handelt sich um einen der größten Truppenübungsplätze in Europa insgesamt.

Auch an anderen Standorten wird trainiert, wie zum Beispiel an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein. Auf dem Truppenübungsplatz Putlos plant das Militär eine amphibische Landung vorzuführen.

Nach Angaben der Nato ist das Großmanöver auch der erste Einsatz der neu aufgestellten, schnellen Eingreiftruppe der Nato unter dem Kommando des operativen Hauptquartiers (JFC) in Brunssum. Die operativen Hauptquartiere der Nato sind für die Planung und Durchführung militärischer Operationen unter der Leitung des strategischen Hauptquartiers der Nato in Mons zuständig. Deutschland und die Ostflanke fallen in den Zuständigkeitsbereich des JFC Brunssum.

dpa