Seit Wochen vermitteln Katar, Ägypten und die USA zwischen der Hamas und Israel. Ziel sind eine Feuerpause und der Austausch von Geiseln. Nun schaltet sich die Frau von Israels Ministerpräsidenten ein.
Netanjahus Frau schaltet sich in Ringen um Geisel-Deal ein

Sara Netanjahu hat sich in einem Brief an die Mutter des Emirs von Katar, Scheich Mosa Nasser Al Missned, gewandt, um eine Freilassung der von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen verschleppten Geiseln zu erreichen.
«Ich bitte Sie dringend, im Geiste des Ramadans, Ihren großen Einfluss geltend zu machen, um auf die Freilassung der israelischen Geiseln hinzuwirken», schrieb Sara Netanjahu in dem Brief, der auf dem Account ihres Mannes auf der Plattform X (vormals Twitter) veröffentlicht wurde. Katar nimmt in den Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas eine wichtige Vermittlerrolle ein.
«Wir können nicht schweigen oder zurückstehen, wenn die Würde und die Sicherheit von Frauen auf dem Spiel stehen», schrieb Sara Netanjahu weiter. «Von Frau zu Frau muss unbedingt angesprochen werden, dass unter den Geiseln 19 Frauen unvorstellbares Leid ertragen müssen. Die Berichte über sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung sind entsetzlich, und solche Taten gegen Frauen können nicht ignoriert oder toleriert werden.» Dies sei ein Aufruf zum Handeln, der über politische Grenzen hinausgehe und «an unsere gemeinsame Menschlichkeit und unsere gemeinsamen Werte appelliert».
Israel geht von 132 verbliebenen Geiseln aus
Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, hat direkten Kontakt zu den Hamas-Anführern. Ende Februar traf er sich mit dem Hamas-Chef Ismail Hanija. Katar, Ägypten und die USA vermitteln seit Wochen zwischen der Hamas und Israel. Die Vermittler hofften, bis zum Beginn des Ramadan eine Einigung zu erzielen. Neben einer Feuerpause geht es auch um einen Austausch von Geiseln, die von der Hamas beim Terroranschlag am 7. Oktober aus Israel entführt wurden, gegen palästinensische Gefangene aus israelischer Haft. Außerdem soll mehr humanitäre Hilfe für die leidende Bevölkerung im Gazastreifen bereitgestellt werden.
Israel schätzt, dass noch 132 Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden. Laut Regierungsangaben sind wahrscheinlich 31 Menschen verstorben.








