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Trockenheit und Käfer bedrohen deutsche Wälder, Reform des Bundeswaldgesetzes geplant

Deutsche Wälder leiden unter Trockenheit und Borkenkäfern. Bundesagrarminister Özdemir plant Reform für klimaresiliente Mischwälder und wirtschaftliche Perspektiven.

Wald bedeckt rund ein Drittel der gesamten Landesfläche Deutschlands.
Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Stress aufgrund von Trockenheit und Schäden durch Käfer: Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) präsentiert heute die Daten zum Zustand der deutschen Wälder im letzten Jahr. Gemäß der Erhebung von 2022 waren zuletzt vier von fünf Bäumen krank. Die Daten stammen aus der jährlichen Waldzustandserhebung, die seit den 1980er Jahren über ein Netz von Stichproben durchgeführt wird. Dabei wird der Zustand der Baumkronen bewertet. Die Regierung plant, die Wälder auch durch ein geplantes Gesetz besser gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen.

FDP-Fraktionsvize Carina Konrad sagte der dpa, der Wald sei ein Patient, der dringend Hilfe benötige. «Ihn sich selbst zu überlassen, wäre eine unterlassene Hilfeleistung.» Dafür gelte es, Waldbauern wieder mehr Freiraum zu geben. Denn ein gesunder und aktiv bewirtschafteter Wald speichere mehr CO2. Ein resilienter Wald müsse zudem auch nichtheimische Baumarten integrieren, denn nicht alle einheimischen könnten zunehmenden Extremwetterlagen standhalten. Dazu gehöre auch, neue Züchtungsmethoden und Pflanzenschutz zu ermöglichen.

Özdemir: «Einer von fünf Bäumen ist gesund»

Özdemir arbeitet derzeit an einer Reform des fast 50 Jahre alten Bundeswaldgesetzes. Das Ziel ist laut früheren Ministeriumsangaben, Verbesserungen für Klimaschutz und Biodiversität sowie wirtschaftliche Perspektiven für Waldbesitzer zu vereinen. Der Wald bedeckt rund ein Drittel der gesamten Landesfläche Deutschlands.

Deutsche Wälder leiden nach wie vor unter Trockenheit, höheren Temperaturen und dem Borkenkäfer. «Einer von fünf Bäumen ist gesund», sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir im ZDF-«Morgenmagazin».

«Die Ursache ist die Klimakrise, die sich bemerkbar macht», sagte Özdemir. Einerseits müsse man die Klimakrise weiterhin mit hohem Tempo bekämpfen und gleichzeitig die Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern umbauen. «Da reden wir über ein Generationenprojekt.»

Gemäß der Waldzustandserhebung 2022 waren bei rund einem Drittel der Bäume sogar die Kronen stark gelichtet. Insgesamt gab es demnach keine signifikanten Verbesserungen des Waldzustands, aber auch keine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu 2021. Umweltschützer und Waldeigentümer fordern ebenfalls einen Umbau zu widerstandsfähigeren Forsten.

dpa