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New Yorker Betrugsprozess: Trump teilt erneut aus

Es ist nur einer von mehreren Prozessen gegen Trump – aber für den ehemaligen US-Präsidenten geht es bei dem New Yorker Betrugsprozess um die Zukunft seines Firmenimperiums. Er teilt aus.

Bezeichnet sich abermals als «unschuldigen Mann»: Donald Trump.
Foto: Stefan Jeremiah/AP/dpa

Der Prozess wegen Betrugs gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in New York nähert sich dem Ende. In dem Zivilprozess haben beide Seiten ihre Abschlussplädoyers gehalten.

Während die Anwälte der Staatsanwaltschaft erneut die Betrugsanschuldigungen gegen die Trump Organization, Trumps Firmenimperium, detailliert erklärten, lehnten die Verteidiger erneut jegliches Fehlverhalten von Trump und seinen Söhnen Eric und Donald Jr. ab. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Strafe von 370 Millionen US-Dollar (ungefähr 340 Millionen Euro).

Trump bezeichnete sich in dem Gerichtssaal im Süden von Manhattan noch einmal als «unschuldigen Mann». Generalstaatsanwältin Letitia James hasse ihn und Richter Arthur Engoron habe «seine eigene Agenda», wetterte Trump, der die beiden zuvor in und außerhalb des Gerichtssaals schon mehrfach beleidigt und dafür auch schon eine Geldstrafe kassiert hatte. Richter Engoron forderte Trumps Anwälte auf, ihren Mandanten zu zügeln.

Trump wollte selbst sprechen

Trump hatte bereits vor dem Termin angekündigt, dass er selbst sprechen möchte. Richter Engoron stellte Bedingungen dafür auf, die jedoch von Trumps Anwälten abgelehnt wurden. Unter anderem verlangte Engoron, dass Trump das Plädoyer nicht für Wahlkampfzwecke missbrauchen darf. Während der Abschlussplädoyers baten Trumps Verteidiger erneut darum, dass Trump das Wort ergreifen darf – und Engoron gewährte ihre Bitte.

Die New Yorker Generalstaatsanwältin James war ebenfalls im Gerichtssaal. «Ich bin stolz auf den Fall, den wir vorgebracht haben, und bin zuversichtlich, dass die Fakten und die Rechtsstaatlichkeit auf unserer Seite sind», hatte sie zuvor erklärt.

Zukunft von Trumps Firmenimperium auf dem Spiel

In dem Zivilprozess dreht sich alles um die Zukunft des Firmenimperiums des 77-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Trump, seine Söhne und Mitarbeiter, den Wert der Trump Organization über Jahre hinweg manipuliert zu haben, um günstigere Kredite und Versicherungsverträge zu erhalten. Richter Engoron hatte dies vor dem Prozess bereits bestätigt. Nach einer bis Ende des Monats angekündigten Entscheidung könnte der Fall noch in Berufung gehen.

Der ehemalige Präsident plant, sich 2024 erneut zur Wahl zu stellen. Er gilt als der aussichtsreichste Kandidat für die Nominierung der Republikaner. Viele Beobachter sind der Meinung, dass er den Prozess als Wahlkampfwerbung genutzt hat und behauptete, dass die Verhandlung Teil einer politischen Kampagne gegen ihn sei. Während des Prozesses wurden sowohl Trump selbst als auch seine Kinder Eric, Donald Jr. und Ivanka befragt.

Laut der zuständigen Polizeibehörde gab es wenige Stunden vor Beginn der Abschlussplädoyers eine Bombendrohung gegen das Wohnhaus von Engoron außerhalb von New York City. Es gibt keine Berichte über Verletzte oder Sachschäden. Die Polizei hat vorerst keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben.

dpa