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Niger erhält russisches Waffensystem und Militärpersonal

Der westafrikanische Niger wendet sich wie seine Nachbarn von den früheren westlichen Partnern ab. Nun landen russische Militärausbilder im Land.

Demonstranten in Nigers Hauptstadt Niamey nach dem Militärputsch im vergangenen Sommer. Der Niger wendet sich wie zuvor seine Nachbarn Mali und Burkina Faso von den westlichen Partnern, insbesondere Ex-Kolonialmacht Frankreich, ab und Russland zu.
Foto: Djibo Issifou/dpa

Russland hat Niger in Westafrika ein Luftabwehrsystem und 100 Militärausbilder geschickt. Das russische Verteidigungsministeriumspersonal wird das System installieren und die nigrischen Soldaten darin schulen, berichtete der staatliche nigrische Sender RTN am Donnerstagabend. Zuvor hatte Juntachef Abdourahamane Tiani Ende März bereits mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert.

Bis zum Militärputsch im vergangenen Juli war der Niger der letzte demokratische Verbündete europäischer Staaten und der USA in der strategisch wichtigen Sahelzone in Westafrika, in der islamistische Terrorgruppen aktiv sind. Im März beendete die Junta die militärische Kooperation mit den USA im Anti-Terror-Kampf. Die Zukunft des Lufttransportstützpunkts der Bundeswehr in Niamey ist noch unklar.

Russisches Flugzeug mit Ausrüstung gelandet

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder einer Iljuschin-76-Maschine, die am Mittwoch auf dem Flughafen in Niamey gelandet sei. «Wir sind hier, um die Armee des Niger mithilfe der hier eingetroffenen militärischen Ausrüstung auszubilden», sagte ein vermummter hellhäutiger Mann in Militäruniform auf Französisch mit Akzent in die Kamera.

Der Niger habe seit der Machtergreifung des Militärs am 26. Juli einen neuen Weg eingeschlagen, der zu einer Diversifizierung seiner Partner führe, um seine Souveränität gegenüber der Welt zu behaupten, hieß es in dem Beitrag weiter. Putin und Tiani hätten über die «Stärkung einer sektorübergreifenden und umfassenden strategischen Zusammenarbeit zwischen Niger und Russland zur Bewältigung der aktuellen Bedrohungen, insbesondere im Sicherheitsbereich» gesprochen. 

«Afrika-Korps» des russischen Verteidigungsministeriums

Der Niger wendet sich wie zuvor seine Nachbarn Mali und Burkina Faso von den westlichen Partnern, insbesondere Ex-Kolonialmacht Frankreich, ab und Russland zu. Alle drei Länder werden seit Putschen vom Militär regiert. In Mali kämpfen russische Militärs, die seit 2021 als Söldner der Wagner-Gruppe ins Land kamen und ebenfalls offiziell als Ausbilder bezeichnet werden, an der Seite der Armee gegen Aufständische. Die früheren Söldner unterstehen nun dem «Afrika-Korps» des russischen Verteidigungsministeriums. In Burkina Faso landeten im Januar die ersten 100 russischen Militärs, 200 weitere sollten folgen. Die drei Staaten haben sich in der Allianz der Sahel-Staaten (AES) zusammengeschlossen und verfolgen eine immer engere gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. 

dpa