Nordkorea wirft Südkorea vor, mit Drohnen die Souveränität zu verletzen. Militär schießt Überwachungsdrohne ab und warnt vor Konsequenzen.
Provokation durch Drohnenflug: Nordkorea beschuldigt Südkorea

Pjöngjang hat Südkorea beschuldigt, die Souveränität Nordkoreas durch einen Drohnenflug verletzt zu haben. Eine Überwachungsdrohne soll bereits am 4. Januar von der südkoreanischen Stadt Incheon gestartet sein und wichtige Anlagen in Nordkorea gefilmt haben. Das Flugobjekt wurde vom nordkoreanischen Militär innerhalb des eigenen Luftraums abgeschossen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Sie veröffentlichte auch Fotos der abgeschossenen Drohne sowie ihrer angeblichen Überwachungsaufnahmen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Des Weiteren beschuldigte Nordkorea das Nachbarland, dass ein vergleichbarer Vorfall bereits im September letzten Jahres stattgefunden habe. Zu dieser Zeit soll das südkoreanische Militär ebenfalls eine Drohne in den nordkoreanischen Luftraum geflogen haben. Laut KCNA wurde auch diese Drohne abgeschossen.
Die Nachrichtenagentur zitierte einen Sprecher des nordkoreanischen Militärs, der Südkorea Pjöngjang gegenüber als den «feindseligsten Staat» bezeichnete, dessen Natur sich niemals ändern werde. «Die militärischen Kriegstreiber der Republik Korea werden sicherlich einen hohen Preis für ihre unverzeihliche Hysterie zahlen müssen», hieß es weiter.
Nordkorea beschuldigte Südkorea bereits im Oktober 2024, mit einer Drohne bis in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang vorgedrungen zu sein. Südkoreas ehemaliger Präsident Yoon Suk Yeol wird hinter dem Vorfall vermutet. Ihm wird von südkoreanischen Ermittlern vorgeworfen, eine geheime Drohnenaktion auf nordkoreanischem Gebiet angeordnet zu haben, um eine militärische Reaktion des Nachbarstaates zu provozieren. Yoon, der im Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht ausgerufen hatte und mittlerweile in Haft sitzt, bestreitet die Vorwürfe.
Nord- und Südkorea sind nach wie vor formal im Kriegszustand, da der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 nur mit einem Waffenstillstand endete, jedoch niemals ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde.








