Außenministerin Baerbock ist angesichts der veränderten Sicherheitslage offen für eine Lieferung von Eurofightern an Saudi-Arabien. Ihre Partei ist sich jedoch uneins.
Nouripour: Nicht grundsätzlich gegen Eurofighter an Riad

Der Vorsitzende der Grünen, Omid Nouripour, hat keine grundsätzliche Ablehnung einer Lieferung von Eurofighter-Kampfjets an Saudi-Arabien geäußert, aber auch keine klare Zustimmung. Die Außenministerin Annalena Baerbock, die seiner Partei angehört, hatte erwogen, sich einer britischen Lieferung des Gemeinschaftsprodukts nicht zu widersetzen.
Als Parteichef sei er der ablehnenden Beschlusslage seiner Partei verpflichtet, sagte Nouripour am Dienstag im Deutschlandfunk. Zugleich habe sich die Sicherheitslage im Nahen Osten seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel verändert. «Wir sehen, dass es eine grundsätzliche Dynamik gibt, und wir sehen gleichzeitig, dass es notwendig ist, sehr, sehr vorsichtig und restriktiv mit Rüstungsexporten umzugehen.» Viele Dinge lägen derzeit auch noch nicht auf dem Tisch.
Baerbock äußerte am Sonntag, dass Saudi-Arabien zur Sicherheit Israels beitrage, indem es Raketen abfange, die von den jemenitischen Huthis auf Israel abgeschossen wurden. Es ist nicht erkennbar, dass die Bundesregierung den britischen Überlegungen widerspricht. Bundeskanzler Olaf Scholz unterstützt diese Aussage. Die Eurofighter sind ein gemeinsames europäisches Projekt, an dem Deutschland beteiligt ist und daher ein Vetorecht beim Export hat.
Lang bezeichnet mögliche Lieferung als falsch
Grünen-Co-Chefin Ricarda Lang hatte eine mögliche Lieferung an Saudi-Arabien mit Verweis auf die Menschenrechtslage des Landes als falsch bezeichnet. Nouripour sagte nun, dass es zunächst nur um ein Bieterverfahren gehe, an dem London sich beteiligen könne. Dieses Verfahren könne eröffnet werden. «Das ist keine Lieferzusage.»
Einen Dissens zwischen Baerbock und Lang wollte Nouripour nicht sehen. «Ich bin bei beiden und ich sehe auch nicht, dass die beiden gerade auseinanderfallen in der Wegrichtung.»
Auch Lang selbst betonte im ZDF-«Morgenmagazin», dass keine Entscheidung anstehe. Großbritannien könne selbst entscheiden, ob es sich am Bieterverfahren beteilige. Seit dem Terrorangriff der Hamas habe «sich die Rolle von Saudi-Arabien insbesondere bei der Unterstützung von Israel sehr verändert», sagte sie. Aber: «Wir haben eine grundsätzliche Position als Partei, dass wir die Überlieferung von Eurofightern an Saudi-Arabien falsch finden.»








